Olympia 2016 Brasilien unterließ Dopingtests bei Top-Athleten

Gastgeber Brasilien hat im vergangenen Monat keinen seiner besten Sportler Dopingtests unterzogen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur nennt dieses Vorgehen "inakzeptabel".

Die olympischen Ringe vor dem Maracanã-Stadion
AP

Die olympischen Ringe vor dem Maracanã-Stadion


Ausrichter Brasilien hat im Monat vor den Olympischen Sommerspielen bei seinen führenden Athleten keine Dopingtests mehr vorgenommen. Dies bestätigte die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) der britischen Zeitung "The Times".

Die Wada spricht angesichts dieser Erkenntnisse von "inakzeptablen" Zuständen. Die Organisation sei von ehemaligen Chefs der nationalen Anti-Doping-Agentur Brasiliens davon unterrichtet worden, dass das Sportministerium des Landes bei einigen Top-Athleten unangemeldete Kontrollen gestoppt habe, hieß es.

Das Ministerium gab zu, dass zwischen dem 1. und 24. Juli keine Tests vorgenommen worden seien, bestritt jedoch jegliches Fehlverhalten. Demnach hätten keine Tests gemacht werden können, weil dem Anti-Doping Labor in Rio die Akkreditierung entzogen worden sei.

"Wir haben dem Sportministerium und dem Chef der brasilianischen Anti-Doping-Agentur einen Brief geschrieben, in dem wir unserer Beunruhigung Ausdruck verliehen und verlangt haben zu erfahren, warum die Tests eingestellt wurden", sagte der stellvertretende Wada-Chef Rob Koehler der "Times". Die Antwort auf das Schreiben sei jedoch "nicht befriedigend" ausgefallen, führte Koehler weiter aus: "Die Erklärung, dass es wegen personeller Wechsel beim Ministerium und der Agentur so gekommen sei, war für uns inakzeptabel."

lst/sid



insgesamt 30 Beiträge
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kumi-ori 05.08.2016
1.
Ich lach mich scheckig! Dieser ganze Olympia-zirkus ist doch eine einzige Sch...! Da lob ich mir doch die Russen. Die haben sich wenigstens noch die Mühe gegeben ein eigenes Beschisslabor aufzubauen. Guckt eigentlich irgendjemand noch diese Schwachsinnsspiele oder ist das nur eine Sommerlochfüller für die Presse?
brosswag 06.08.2016
2.
Sollte sofort nachgeholt werden. Solange das Ergebnis einer Blutprobe nicht festgestellt ist, wird die Teilnahme gesperrt. So einfach könnte man das machen. Nur durch Konsequenz kann man dem Dopingbetrug entgegenwirken.
arrache-coeur 06.08.2016
3.
"Das Ministerium gab zu, dass zwischen dem 1. und 24. Juli keine Tests vorgenommen worden seien, bestritt jedoch jegliches Fehlverhalten. Demnach hätten keine Tests gemacht werden können, weil dem Anti-Dopinglabor in Rio die Akkreditierung entzogen worden sei." - Ok, Auswertungen konnten aufgrund des bereits bekannten Entzugs der Akkreditierung brasilianischer Labors nicht durchgeführt werden. Blutproben hätten dennoch entnommen werden können. Wir sehen: Nicht nur Russland hat Probleme, das Doping von Athleten zu unterbinden. Besonders peinlich war es übrigens 2004 in Griechenland, als griechische Athleten vor Dopingproben durch das ganze Land flohen.
gratiola 06.08.2016
4. Sperren
Die einen werden wegen flächendeckenden Doping ausgeschlossen und so sollten die Anderen wegen nicht durchgeführten Dopingkontrollen ebenfalls gesperrt werden! Wird nicht passieren. Sind nur Brasilianer und keine Russen.
rudy532 06.08.2016
5.
Die besten Dopingspiele der Neuzeit.Eine Goldmedaille fuer die Pharmaindustrie.
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