Fotostrecke

Verweigerter Handschlag: Schlechter Stil

Foto: TOSHIFUMI KITAMURA/ AFP

Olympia 2016 Judoka aus Ägypten verweigert Gegner Handschlag

Die Zuschauer reagierten mit Pfiffen und Buhrufen: Der ägyptische Judoka Islam El Shehaby hat seinem Gegner aus Israel den Handschlag verweigert. Die Geste gehört beim Judo zum guten Ton.

Der ägyptische Judoka Islam El Shehaby hat bei den Olympischen Spielen seinem israelischen Gegner den Handschlag verweigert und damit empörte Reaktionen des Publikums ausgelöst. Die Zuschauer in Rio de Janeiro pfiffen und buhten, nachdem El Shehaby sich nach seiner Niederlage in der ersten Runde gegen Or Sasson kopfschüttelnd umgedreht hatte, anstatt die ausgestreckte Hand seines Gegners anzunehmen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nicolas Messner, ein Sprecher der Internationalen Judo-Föderation, sagte zuletzt, es sei bereits eine Verbesserung, dass überhaupt Athleten aus arabischen Ländern gegen Sportler aus Israel anträten. Zudem hieß es weiter, die Verbeugungen vor dem Kampf und der Handschlag danach gehören zwar zum guten Ton, sind aber keine Pflicht.

Schwergewichtler El Shehaby blieb nach seiner Niederlage im Auftaktkampf der Klasse über 100 Kilogramm zunächst auf der Matte liegen und schlug die Hände vor das Gesicht. Der Ägypter wollte sich anschließend nicht zu seinem umstrittenen Verhalten äußern.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hätten ägyptische Islamisten El Shehaby dazu gedrängt, den Kampf nicht zu bestreiten.

Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, wollte die Szene nicht kommentieren, bevor er sich nicht selbst ein Bild gemacht habe. "Dinge passieren im Eifer des Gefechts, die nicht akzeptabel sind", sagte er. "Wir glauben, dass es in der olympischen Bewegung darum gehen muss, Brücken zu bauen, niemals Mauern."

jan/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.