Olympia 2016 Whistleblowerin Stepanowa verzichtet auf Berufung

Kein Olympia-Start: Die russische Whistleblowerin Julija Stepanowa hat die IOC-Sperre akzeptiert. Damit verzichtet sie auf eine Klage - der Cas hatte ihr diese Option zuvor eingeräumt.

Julija Stepanowa
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Julija Stepanowa


Die russische Doping-Whistleblowerin Julija Stepanowa wird ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nicht vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas einklagen. Dies gab die 800-Meter-Läuferin in einem gemeinsamen Statement mit ihrem Mann Witalij bekannt.

"Obwohl wir untröstlich sind, möchten wir klarstellen, dass wir von Anfang an beschlossen haben, keine juristischen Schritte einzuleiten", hieß es in der Erklärung: "Wir werden nicht vor den Cas ziehen."

Stepanowa hatte mit ihrem Ehemann dazu maßgeblich beigetragen, den Dopingskandal in Russland aufzudecken. Das IOC hatte ihr den Start bei den Spielen untersagt. Zwar begrüßte die Ethikkommission Stepanowas Beitrag zum Anti-Doping-Kampf, da sie aber selbst mindestens fünf Jahre Teil des Systems gewesen sei, würde sie "nicht die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten" erfüllen.

Deutliche Worte ans IOC

"Wir erkennen, dass das IOC das Ermessen hat, zu den Spielen einzuladen, wen es will. Die Entscheidung, Julija einen Platz im Wettbewerb zu verwehren, sendet die Botschaft, dass der Code der Welt-Anti-Doping-Agentur und die olympischen Werte nicht mehr als bloße Worte auf einem Stück Papier sind", schrieben die Stepanows.

Das Ehepaar hatte das IOC gebeten, die frühere Doperin und spätere "Kronzeugin" Julija Stepanowa als neutrale Athletin in Rio starten zu lassen. "Wir sind enttäuscht, dass das IOC die Augen vor den Risiken verschließt, die Julija auf sich nehmen musste, und dem Schaden, den sie ihrer Karriere zugefügt hat, indem sie den systematischen Betrug in Russland offenlegte", heißt es in der Erklärung: "Dass sie für 'nicht ethisch genug für Olympia' erklärt wurde, ist ein enormer Schlag."

lst/sid



insgesamt 15 Beiträge
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ionele 05.08.2016
1. Olympia
Frau Stepanowa hat richtig gehandelt und das richtige gesagt. Olympia ist total verkommen; es geht nicht mehr um die Jugend der Welt. Es geht um Geld, Macht, politische und industrielle Verflechtungen der Bosse und Funtionäre. Das ist es, was von Olympia übrig geblieben ist. Der olympische Gedanke steht nur noch auf dem Papier.
Leser1000 05.08.2016
2. Starke Frau
Deutlicher kann man das IOC und seinen Präsidenten wohl nicht abwaschen
NoUse4aName 05.08.2016
3. Schade
Schade dass sie die Sache nicht weiter juristisch verfolgt, auch wenn ich nachvollziehen kann dass sie es irgendwo leid ist. So kommt der IOC und Bach wohl ein weiteres mal davon.
ptb29 05.08.2016
4. Die Doperin
hat viele Fans. Geht es noch um Sport? Denn da hat sie als mehrfach Erwischte nichts zu suchen. Geht es um Politik? Dann wollen wir den Russen eine auswischen.
marcowiese76 05.08.2016
5. Frau Stepanowa...
...hat gedopt, wurde erwischt, hat ihr unsportliches Verhalten zugeben müssen, hat andere zu denunzieren versucht und wurde völlig zu recht gesperrt! Solche "SPORTLER", welche dem gesamten Sport schaden, sollten eine lebenslange Sperre für jegliche Art von Sportveranstaltungen erhalten!
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