Golf McIlroy nennt olympisches Turnier "belanglos"

Offiziell begründete Spitzengolfer Rory McIlroy seine Olympia-Absage mit dem Zika-Virus. Doch der Nordire hält die Spiele in Rio nicht für die ideale Bühne seiner Sportart.

Rory McIlroy
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Einen Tag nach dem Verzicht des Weltranglistendritten Jordan Spieth aus den USA hat Nordirlands Golf-Star Rory McIlroy das olympische Turnier in Rio de Janeiro als "belanglos" eingestuft. Olympia werde er sich im Fernsehen anschauen. "Ich bin aber nicht sicher, ob ich Golf schauen werde", sagte der viermalige Major-Gewinner. Besonders interessierten ihn "Leichtathletik, Schwimmen, Wasserspringen - die Dinge, die eben eine Rolle spielen".

Über seine Entscheidung, in Rio nicht anzutreten, sei er "sehr glücklich. Ich bedaure nichts", sagte der 27-Jährige, der seine Absage mit der Angst vor dem auch in Brasilien grassierenden Zika-Virus begründet hatte, vor der am Donnerstag beginnenden British Open im Royal Troon Club in Schottland.

"Ich bin zum Golfsport gekommen, um Meisterschaften und Majors zu gewinnen. Irgendwann kommt man zu dem Punkt, wo man auch eine Verantwortung für die Entwicklung seines Sports hat. Der bin ich auch nachgekommen", sagte McIlroy. Aber dies sei nicht der Grund gewesen, diesen Sport zu betreiben.

Spieth wiederum hatte seinen Olympia-Verzicht als "härteste" Entscheidung seines Lebens bezeichnet. "Ich glaube sehr stark an Golf bei Olympischen Spielen und daran, mein Land zu repräsentieren. Aber dies war eine sehr persönliche Entscheidung", sagte der zweimalige Major-Sieger. Spieth hoffe, in Zukunft noch "an vier, fünf Olympischen Spielen" teilnehmen zu können.

Deutschlands Top-Golfer Martin Kaymer wird beim ersten olympischen Golfturnier seit 112 Jahren dabei sein. Möglicherweise wird das auch wieder das vorerst letzte sein, denn durch die Absagenflut bei den Männern droht der Sportart ein schneller Abschied von der olympischen Bühne.

krä/sid



insgesamt 6 Beiträge
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black-mamba 13.07.2016
1. Recht hat er
Die Olympiade _war_ mal als Wettkamof von Amateur-Sportlern gedacht. Mittlerweile sind aber mindestens 80% der Teilnehmer Profis. Dabei haben die doch schon ihre jeweils eigenen Weltmeisterschaften. Uch guck schon seit Jahren keine Olympiade mehr. Und die "Rekorde" dort find ich persönlich eher peinlich. Besonders dann, wenn ein Profi gegen einen Amateur antritt. Egal ob der Profi gegen dem Amateur "gewinnt", oder nicht. Er hat in jedem Fall verloren.
eimsbusher 13.07.2016
2. @ #1 Die Olympiade
ist - bezogen auf den olympischen Sport - in der Tat eine recht langweilige Angelegenheit ... bezeichnet sie doch den Zeitraum ZWISCHEN zwei Olympischen Spielen :-)
Bueckstueck 13.07.2016
3. In Wahrheit gehts ums Geld
Er kriegt halt keine Millionenpreisgelder sondern maximal einen Goldtaler mit Schlaufe... Abgesehen davon ist Golf eh kein Sport sondern ein Spiel. Den Beweis treten fettleibige an Herzinfarkt sterbende Profispieler an. Dabei gehts mir nicht um die Fähigkeiten die man fürs Golfspielen zweifelsohne benötigt, sie sind aber nicht sportlicher - also körperlicher Leistung - Natur. Da könnte man eher ein Autorennen veranstalten, die Fahrer arbeiten im Auto mehr als ein Golfspieler...
uzsjgb 13.07.2016
4.
Zitat von BueckstueckEr kriegt halt keine Millionenpreisgelder sondern maximal einen Goldtaler mit Schlaufe... Abgesehen davon ist Golf eh kein Sport sondern ein Spiel. Den Beweis treten fettleibige an Herzinfarkt sterbende Profispieler an. Dabei gehts mir nicht um die Fähigkeiten die man fürs Golfspielen zweifelsohne benötigt, sie sind aber nicht sportlicher - also körperlicher Leistung - Natur. Da könnte man eher ein Autorennen veranstalten, die Fahrer arbeiten im Auto mehr als ein Golfspieler...
Haben Sie noch mehr Vorurteile, die Sie ausbreiten wollen? Golf ist doch in Deutschland eine absolute Randsportart. Darf ich fragen, wie da bei Ihnen dieser Hass entstanden ist?
albert schulz 14.07.2016
5. kein Wort des Hasses, lediglich lässige Verachtung
Zitat von uzsjgbHaben Sie noch mehr Vorurteile, die Sie ausbreiten wollen? Golf ist doch in Deutschland eine absolute Randsportart. Darf ich fragen, wie da bei Ihnen dieser Hass entstanden ist?
Mit Sport hat Golf arg wenig zu tun. Man benötigt eine gewisse Geschicklichkeit, ähnlich wie beim Pfennigfuchsen oder Pfeileschmeißen. Ansonsten handelt es sich um eine vollkommen eigene Welt, die nur Insider wirklich beurteilen können, peinliche Exoten. Sportler und sonstige Amateure können das nicht, und sie können auch die wahnwitzige Höhe der Preisgelder nicht beurteilen. Die Qualität eines Greens kann selbst ein engagierter Hobbygärtner nicht einmal in seinen kühnsten Phantasien erkennen oder gar einschätzen. Hier hat sich eine öffentlich kaum beachtete Randgruppe eine Beschäftigung zum Zeittotschlagen erfunden, die nur und ausschließlich internen Charakter hat. Was eigentlich nicht schlimm ist. Weshalb man diese etwas eigenbrötlerische Zeitvergeudung zur olympischen Disziplin erheben mußte ist die Frage. Da scheinen einigen Funktionären die Sinne abhanden gekommen zu sein. Oder sie sind selbst vernarrte Golfspieler. In Großbritannien (und vermutlich auch seinen Kolonien) kann man ganze Nachmittage damit verbringen, dieses saumäßig langweilige Spazieren auf dem Rasen im TV anzusehen. Oder Kricket, eine ähnlich spannende Nichtbeschäftigung. Mit tausenden in reines Weiß gekleideten Zuschauern. Die Briten halten wenigstens auf Formen. Wenn ich mir die Papageienkostüme deutscher Golfenthusiasten begucke komme ich mir vor wie bei Aldi.
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