IOC-Entscheidung Russland bleibt bei Olympia suspendiert

Wegen des Dopingskandals bleibt Russland über das Ende der Olympischen Spiele hinaus suspendiert. Damit können die russischen Athleten auch bei der Schlussfeier nicht mit eigener Landesfahne ins Stadion einlaufen.
Das Team "Olympische Athleten aus Russland" bei der Eröffnungsfeier

Das Team "Olympische Athleten aus Russland" bei der Eröffnungsfeier

Foto: DPA

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält die Suspendierung Russlands über das Ende der Winterspiele in Pyeongchang hinaus aufrecht. Damit können die Athleten aus Russland bei der Schlussfeier am Sonntag nicht mit der eigenen Landesfahne ins Olympiastadion einlaufen, wie die IOC-Exekutive entschied. Die Schlusszeremonie beginnt um 20 Uhr Ortszeit (12 Uhr MEZ).

Erst wenn bestätigt ist, dass alle Dopingproben der als "Olympische Athleten aus Russland" unter neutraler Fahne angetretenen russischen Sportler negativ sind, werden die Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee Russlands aufgehoben. Damit tritt das deutsche Eishockey-Team im olympischen Finale am Sonntag (5.10 Uhr MEZ) offiziell gegen das OAR-Team und nicht gegen Russland an.

Fotostrecke

Olympia 2018: Das sind Deutschlands Eishockey-Helden

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Grundlage der Entscheidung der IOC-Exekutive war die Empfehlung der IOC-Bewertungskommission. "Wir machen mit dieser Entscheidung nicht alle glücklich. Wir werden kritisiert werden", sagte Nicole Hoevertsz, die Vorsitzende dieses Gremiums.

In ihrem Bericht vor der Session bestätigte Hoevertsz, dass es durch das OAR-Team während der gesamten Winterspiele keine Verletzung der Kleidungsordnung gab und sich auch die russischen Zuschauer positiv verhalten hätten. Auch ein anderer wichtiger Teil der vom IOC verhängten Sanktionen wegen des Dopingskandals wurde erfüllt: Russland überwies am 20. Februar die geforderten 15 Millionen Dollar. Das Geld soll für Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf verwendet werden.

"... was sehr enttäuschend war"

Zu den beiden bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang aufgedeckten russischen Dopingfällen sagte Hoevertsz: "Beides waren individuelle Fälle. Es gab keine Hinweise auf ein organisiertes Dopingsystem." Dennoch seien die Fälle entscheidend gewesen für die Empfehlung, die Suspendierung aufrechtzuerhalten, sagte Hoevertsz. "Wir wollten russische Athleten mit einer eigenen Flagge bei der Schlussfeier sehen. Leider war dies nicht möglich."

Der Curler Alexander Kruschelnizki und die Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa sind vom Internationalen Sportgerichtshof schuldig gesprochen worden.

"Das IOC hatte erwogen, die Suspendierung gegen Russland aufzuheben. Zwei Athleten haben bei den Spielen aber gegen die Doping-Richtlinien verstoßen, was sehr enttäuschend war und das IOC von der Aufhebung der Suspendierung abgehalten hat", hatte IOC-Präsident Thomas Bach vor der Abstimmung gesagt.

Das IOC hatte das Nationale Olympische Komitee Russlands als Folge des groß angelegten Dopingskandals bei den Spielen 2014 in Sotschi suspendiert. In Pyeongchang durften aber 168 Sportler auf Einladung des IOC als "Olympische Athleten aus Russland" starten - allerdings ohne Flagge, ohne Hymne und ohne die übliche nationale Kleidung.

aar/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.