Olympia-Duell Hamburg gegen Boston "Deutschland ist dran, nicht die USA"

Ist Boston der Favorit auf die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024? Nein, findet Ruder-Olympiasieger Wolfgang Maennig, Hamburg habe größere Chancen als die US-Metropole. Vor allem ein Faktor sei dafür entscheidend.
Hamburger Olympiafans (im Februar): Gute Chancen für Deutschland?

Hamburger Olympiafans (im Februar): Gute Chancen für Deutschland?

Foto: DPA

Hamburg - Nach Meinung von Ruder-Olympiasieger und Sportökonom Wolfgang Maennig hat Hamburg gute Chancen, Gastgeber der Olympischen Spiele zu werden. Dies geht laut Maennig aus einer statistischen Auswertung der Olympia-Vergaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) seit 1992 hervor.

"Da kommt etwas raus, was mich auch erstaunt hat: Wenn Istanbul sich bewirbt, dann ist es mit 40 Prozent Wahrscheinlichkeit der Favorit. Danach kommt aber schon Hamburg, mit 30 Prozent. Wenn Istanbul nicht antritt, dann ist Hamburg der Top-Favorit, nicht Boston", sagte Maennig der "Süddeutschen Zeitung". Boston gilt bei Experten bei der Wahl der Gastgeberstadt für 2024 als favorisiert, vor allem wegen des Einflusses der mächtigen IOC-Geldgeber aus den USA. Istanbul hat seine Kandidatur noch nicht erklärt, Hamburg hatte sich im deutschen Bewerberduell gegen Berlin durchgesetzt.

Als "wichtig" in den Berechnungen bezeichnete Maennig die Variable, wie lange ein Bewerberland keine Olympischen Spiele mehr ausgerichtet hat. Die USA war 1984 (Los Angeles), 1996 (Atlanta) und 2002 (Salt Lake City) Gastgeber, Deutschland zuletzt 1972 mit München. Maennig: "Deutschland ist dran, nicht die USA." Zudem sieht der Ruder-Olympiasieger von 1988 einen Vorteil für die Hamburger Bewerbung, weil die erfolgreiche Fußball-WM 2006 "noch immer in den Köpfen der Entscheidungsträger drin ist".

Die Kostenfrage will Maennig nicht überbewerten. "Ich verstehe nicht, dass immer das Geld in den Vordergrund geschoben wird. Wir sollten das machen, weil wir brillante Gastgeber sein wollen, weil wir einen Riesenspaß haben wollen. Weil wir das, was wir 2006 erlebt haben, noch mal erleben wollen."

Der Bewerbungs-Zeitplan


Bewerberphase:

21. März: DOSB-Mitgliederversammlung in Frankfurt mit Kür des Bewerbers.

13. September: Bürgerentscheid in der Siegerstadt.

15. September: Ende der Anmeldefrist beim IOC.

7. bis 9. Oktober: IOC-Info-Seminar für die Bewerberstädte.

8. Januar 2016: Abgabe der Bewerbungsunterlagen beim IOC.

April/Mai 2016: Benennung der offiziellen Kandidaten durch das IOC.

5. bis 21. August 2016: Kandidatenstädte nehmen an den Spielen in Rio de Janeiro teil.

Kandidatenphase:

Januar 2017: Kandidaten müssen "Bid-Book" einreichen.

Februar/März 2017: Besuche der IOC-Evaluierungskommission in den Kandidatenstädten.

Sommer 2017: Wahl des Ausrichters der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 auf der 129. IOC-Session.

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