Surf-Wettbewerbe bei Olympia 2024 auf Tahiti Die perfekte Welle gibt's erst nach 15.760 Kilometern Luftlinie

Olympische Spiele und ihre Außenstellen: In Tokio 2020 müssen die Marathonläufer 800 Kilometer entfernt vom olympischen Dorf antreten, vier Jahre später in Paris geht es für Surfer noch deutlich weiter weg.
15.760 Kilometer: die Luftlinie zwischen Paris und Tahiti

15.760 Kilometer: die Luftlinie zwischen Paris und Tahiti

Foto: Google

Um der Hitze von Tokio zu entgehen, finden bei den Olympischen Sommerspielen 2020 die Marathon- und Gehwettbewerbe im nördlicheren und etwas kühleren Sapporo statt. Viele Athleten haben diese Entscheidung begrüßt, vor allem nach den Erfahrungen beim Hitze-Marathon bei der Weltmeisterschaft in Katar. Einige Läufer sind allerdings unglücklich darüber, dass ihre Wettkämpfe nun 800 Kilometer weit entfernt vom olympischen Dorf stattfinden, weit weg von der zu erwartenden Stimmung in der japanischen Hauptstadt.

Wer Surfer ist und seine Teilnahme vier Jahre nach Tokio bei den Spielen 2024 in Paris plant, wohnt sogar noch etwas weiter weg vom olympischen Dorf - und zwar 15.760 Kilometer Luftlinie. Die Organisatoren der Sommerspiele 2024 haben die Pazifikinsel Tahiti als Austragungsort der Wettbewerbe im Surfen ausgewählt.

Wellenreiten in Tahiti

Wellenreiten in Tahiti

Foto: Brian Bielmann/ AFP

Der Surfspot Teahupoo vor der Küste der zu Französisch-Polynesien gehörenden Insel halte eine der schönsten Wellen der Welt für spektakuläre Spiele bereit, schrieb das Organisationskomitee auf Twitter. Die Entscheidung muss demnach noch vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bestätigt werden.

Tahiti habe sich gegen die Strände der Kandidatenstädte Biarritz, Lacanau, Les Landes und La Torche an der französischen Küste durchgesetzt, so das Komitee. Nach Angaben des Pariser Organisationskomitees verursache Tahiti im Vergleich zu den anderen Kandidaten keine Mehrkosten, auch der Einfluss auf die Umwelt sei gleich. Tahiti sei aufgrund "sportlicher Gesichtspunkte" ausgewählt worden.

"Das ist eine tolle Überraschung und eine Anerkennung unserer Geschichte", sagte Lionel Teihotu, Präsident des Surfverbands Tahitis, der Nachrichtenagentur AFP. Der Zeitunterschied zu Paris beträgt zwölf Stunden. Französisch-Polynesien ist ein französisches Überseegebiet und gehört seit 1880 zu Frankreich.

Surfen wird neben Skateboarding und Sportklettern bereits im kommenden Jahr in Tokio olympisch sein. Zusammen mit Breakdance wurden die Sportarten provisorisch auch für das Programm der Sommerspiele 2024 in Paris aufgenommen. Allerdings wird das IOC erst Ende 2020 endgültig über die Integration der vier Sportarten in das Paris-Programm entscheiden.

jan/dpa/sid
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