Besuch in Rio Bach und die Caipirinha

Die Caipirinha ist das brasilianische Nationalgetränk, auch IOC-Präsident Thomas Bach wurde mit dem Drink in der Olympiastadt Rio de Janeiro willkommen geheißen. Dass Bach am nächsten Morgen bei einem Termin fehlte, habe damit aber nichts zu tun. Sagt das IOC.

Präsidenten Rousseff, IOC-Boss Bach: Festakt in Rio
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Präsidenten Rousseff, IOC-Boss Bach: Festakt in Rio


In einem Jahr beginnen die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, höchste Zeit also für Thomas Bach, sich mit dem Gastgeberland und seinen Sitten vertraut zu machen. Der IOC-Präsident reiste am Dienstag nach Brasilien, traf sich abends (Ortszeit) noch mit Rios Bürgermeister Eduardo Paes - und fehlte dann überraschend auf der Pressekonferenz am Mittwochmorgen.

Die Journalisten wunderten sich, doch Bürgermeister Paes hatte eine Erklärung: "Ich habe gestern eine Caipirinha mit ihm getrunken. Brasilianische Caipirinha macht die Leute müde", scherzte Paes. Auch der Organisationschef von Rio 2016, Carlos Arthur Nuzman, führte das Fehlen Bachs auf Müdigkeit zurück.

War also tatsächlich der landestypische Longdrink Schuld, dass der IOC-Präsident am Morgen nicht aus dem Bett kam? Oder war es den vergangenen Tagen geschuldet, in denen Bach einen 30-Stunden-Flug und eine anstrengende IOC-Vollversammlung in Kuala Lumpur hinter sich gebracht hatte?

"Rio wird nach den Spielen viel besser sein"

Nichts von alledem, sagte IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. Bachs Teilnahme an der Pressekonferenz sei nie geplant gewesen. Der Präsident habe stattdessen "Athleten getroffen". Angekündigt war Bachs Teilnahme im Vorfeld jedoch.

Ob Müdigkeit oder einfach ein Fehler in der Kommunikation: Im weiteren Programm ließ sich keiner der Beteiligten den etwas unglücklichen Start des Besuchs anmerken. Bach erschien zu einem Show-Festakt mit Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff und schwärmte in seiner Ansprache von den neuen Arbeitsplätzen, den Investitionen und Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr. "Rio wird nach den Spielen viel besser sein", versprach der 61-Jährige den Bewohnern: "Die Spiele werden das größte Vermächtnis seit Barcelona 1992 hinterlassen. Es werden die integrierendsten Spiele der Geschichte."

Und Rousseff versprach: "Wir werden alle Gäste sehr herzlich empfangen." Vielleicht sollten die Besucher künftig aber sicherheitshalber vor den Begrüßungsdrinks gewarnt werden.

Der Olympiapark Barra de Tijuca liegt 40 Kilometer von der Copacabana entfernt. Den Bewohnern einer nahe gelegenen Favela droht die Zwangsräumung.

Das Olympische Dorf in Rio soll im März 2016 fertig sein. 31 Hochhäuser bieten Platz für 18.000 Menschen. Nach den Spielen sollen hier Luxusapartments entstehen.

Das Olympiastadion João Havelange ist der Austragungsort der Leichtathletik-Wettbewerbe.

Das Olympiastadion bekommt derzeit eine neue Dachkonstruktion, im Frühjahr 2016 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Baustelle von Carioca 1: Hier soll das Basketball-Turnier steigen. Die Arena ist für 16.000 Zuschauer geplant und zu 75 Prozent fertig. Nach den Spielen sollen hier Konzerte stattfinden.

In der Olympiahalle Carioca 3 kämpfen die Fechter um Medaillen. Im Anschluss an die Wettkämpfe wird die Arena zu einer Schule umgebaut.

Schwimmstadion im Olympiapark: Die meisten Wettbewerbe finden im Barra statt. 76 Prozent der Arbeiten sind abgeschlossen, das Dach muss noch gebaut werden.

Für Ärger sorgt der Golfplatz, der ausgerechnet in einem Naturschutzgebiet gebaut wurde.

Im Olympischen Zentrum Deodoro finden unter anderem Wettkämpfe im Reiten, Schießen und Hockey statt.

Das Maracanã: Hier finden Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie das olympische Fußballturnier statt. Das berühmte Stadion bietet Platz für 79.000 Zuschauer.

Direkt an der Copacabana kämpfen die Beachvolleyballer und die Langstreckenschwimmer um Medaillen.

luk/dpa/sid



insgesamt 13 Beiträge
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bauern-muenchen 06.08.2015
1. Es werden die integrierendsten Spiele der Geschichte.
Wie misst man das eigentlich? Was ist die Grundlage für so eine Aussage? Oder sind da einfach zu viele Caipirinhas den Bach runtergegangen?
karlsiegfried 06.08.2015
2. Kann schon sein
Caipirinha ist nach eigener Erfahrung wirklich lecker und süffig. Erst ein, dann zwei, dann drei und so weiter. Auch ich war danach am nächsten Tag wirklich völlig platt.
quittenmarmelade 06.08.2015
3. Verbrannte Erde...
Die modernen Sport-Großveranstaltungen hinterlassen in der Regel nur verbrannte Erde. Das IOC ist da doch nicht besser als die FIFA. Lassen alle Rechnungen von den braven Steuerzahlern begleichen und sacken dann den Gewinn ein. Armes Brasilien, ihr seid ihnen schon wieder auf den Leim gegangen... Es ist doch bezeichnend, dass die großen Ereignisse bald nur noch in Autokratien stattfinden, demokratische Mehrheiten für derlei Veranstaltungen sind kaum mehr zu erreichen. Der mündige Bürger hat den Betrug durchschaut. Peinlich ist leider, dass es ein Deutscher ist der diesen Sauhaufen IOC anführt.
Bueckstueck 06.08.2015
4.
Zitat von quittenmarmeladeDie modernen Sport-Großveranstaltungen hinterlassen in der Regel nur verbrannte Erde. Das IOC ist da doch nicht besser als die FIFA. Lassen alle Rechnungen von den braven Steuerzahlern begleichen und sacken dann den Gewinn ein. Armes Brasilien, ihr seid ihnen schon wieder auf den Leim gegangen... Es ist doch bezeichnend, dass die großen Ereignisse bald nur noch in Autokratien stattfinden, demokratische Mehrheiten für derlei Veranstaltungen sind kaum mehr zu erreichen. Der mündige Bürger hat den Betrug durchschaut. Peinlich ist leider, dass es ein Deutscher ist der diesen Sauhaufen IOC anführt.
Wieso peinlich? Im Geld verprassen nach diesem Muster sind die Deutschen doch in der Weltspitze. Man denke nur an all diese vergeigten Grossprojekte oder den Inhalt des jährlichen BdS Schwarzbuches.... Man konnte den Posten gar nicht besser besetzen!
w.diverso 06.08.2015
5.
Ob die einfachen Brasilianer von der Sommerolympiade genauso viel profitieren wie von der Fussball-WM? Die brasilianischen Bauunternehmen und Politiker haben dabei sicher sehr gut verdient. Die normale Bevölkerung wird ja auch nur zum Klatschen in den Stadien gebraucht, warum sollen die dann was von Wert davon haben?
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