Olympia "Kein zweites Desaster wie 1993 mit Berlin"

Am Samstag kürt das Nationale Olympische Komitee (NOK) in München den deutschen Kandidaten für die Sommerspiele 2012. Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Stuttgart heißen die Bewerber.


NOK-Präsident Klaus Steinbach
DPA

NOK-Präsident Klaus Steinbach

München - "Der Beste der Guten" wird laut Bundespräsident Johannes Rau gesucht, um 2005 vor dem IOC in Singapur zu bestehen. Erst einmal muss jedoch 2004 die Vorauswahl geschafft werden. "Wir dürfen kein zweites Desaster wie 1993 mit Berlin erleben", fordert NOK-Präsident Klaus Steinbach.

Am 3. November 2001 hatte das NOK in Hamburg die Bewerbung beschlossen. Dass es ein Fünfkampf werden würde, stand zum offiziellen Start am 1. Januar 2002 fest, nachdem Berlin zurückgezogen hatte. Es geht um die Nachfolge Münchens, das 1972 letzter deutscher Olympia-Gastgeber war. 32 Fachverbände und bis zu 40 Einzelmitglieder entscheiden am Samstag mit maximal 140 Stimmen. Die absolute Mehrheit ist zum Sieg nötig.

Gegen 16.40 Uhr soll der Sieger feststehen

Pro Wahlgang - der erste beginnt um 16.05 Uhr - scheidet einer der fünf Bewerber Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Stuttgart aus. Gegen 16.40 Uhr steht dann der Sieger fest, der sich gegen New York, Madrid und Moskau sowie vielleicht London, Paris und Toronto behaupten soll.

Die Zahlen aller Wahlgänge bleiben bis nach dem Schlussgong geheim. Nur der Mann am Computer und der Münchner Notar Gerhard Thallinger kennen sie. Der Ausgang der Wahl gilt als völlig offen. Ein "Wimpernschlag-Finale" sagt Clemens Prokop, Präsident des Leichtathletikverbandes, voraus.

Gibt die letzte Präsentation den Ausschlag?

Je 15 Minuten bleiben den Kandidaten am Samstag im Hotel Hilton Park für ihre letzte Präsentation. Das Fernsehen (ARD und ZDF) sendet von 14 bis 17 Uhr live. In allen Bewerberstädten sind große Straßenfeste mit Übertragungen angekündigt. In München wird Bundeskanzler Gerhard Schröder dem deutschen Hoffnungsträger als Erster gratulieren.

Wer siegt, ist reine Spekulation. Die meisten Verbandspräsidenten betonen, dass der "internationale Aspekt" für sie Vorrang über regionale Vorlieben habe. Düsseldorf (Rhein-Ruhr), Frankfurt und Hamburg sehen sich als Metropolen. Stuttgart gibt sich als Sportstadt, Leipzig als "das andere Deutschland".



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.