Olympia Reaktionen auf die IOC-Ausschlüsse

Sechs IOC-Mitglieder durften nach einer geheimen Wahl in Lausanne ihre Koffer packen. Einig waren sich aktuelle, stellungnehmende Mitglieder in einem: Es war kein glücklicher Moment.

Dr. Thomas Bach (IOC-Mitglied Deutschland):

"Das war für mich ein sehr trauriger Tag. Die Session ist der Untersuchungskommission gefolgt. Diese Schritte waren notwendig, nun gibt es eine Fülle von Ideen für Entwicklungen im IOC. Das Wahlergebnis für Juan Antonio Samaranch fand ich überragend."
Walther Tröger (IOC-Mitglied Deutschland): "Wir haben Freunde verloren, aber die Entscheidung war richtig. Die sechs Mitglieder haben Vorteile verlangt, nicht einfach nur akzeptiert. Das unterscheidet sie von den anderen. Solche Fehler müssen Konsequenzen haben."
Marc Hodler (IOC-Mitglied Schweiz): "Ich kann nicht zufrieden sein, dazu war die Entwicklung zu traurig. Aber es wurde getan, was getan werden mußte. Einige der ausgeschlossenen Mitglieder haben sich mit großer rethorischer Darstellung verteidigt, aber die Fakten sprachen gegen sie. Dies alles kann nur der erste Schritt sein, nun brauchen wir neue Strukturen und einen neuen Wahlmodus."
Alex Gilady (IOC-Mitglied Israel): "Das war kein glücklicher Moment, aber ein wichtiger für das IOC. Die ausgeschlossenen Mitglieder haben ihre Aufgabe erfüllt, haben das IOC verlassen und sind bereits auf dem Weg nach Hause."
Pal Schmitt (IOC-Mitglied/Ungarn): "Der Ausschluß von Mitgliedern ist sehr schmerzhaft. Wir waren Freunde. Aber wenn jemand einen großen Irrtum begeht, muß er die Konseqenzen ziehen. Die Session ist den Vorschlägen der Untersuchungskommission gefolgt, erste Schritte sind gemacht. Nun müssen wir einen neuen Stil und neue Strukturen finden. Präsident Juan Antonio Samaranch wird ein völlig neues IOC schaffen, das die Herausforderungen der Zukunft bestehen wird."
Richard Pound (IOC-Mitglied Kanada): "Der Weg war schmerzhaft und schwierig. Aber ohne die heutigen Entscheidungen hätten wir nicht nach vorne blicken können. Wir brauchen nun weitere Strukturveränderungen und mehr Transparenz. Der Fall Kim bleibt weiter offen und in der Verantwortung unserer Kommission."
Peter Tallberg (IOC-Mitglied Finnland): "Wir haben den richtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Selbstreinigung ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Wir brauchen Reformen. Ich fordere, daß das Alterslimit im IOC auf 75 Jahre zurückgesetzt wird."