Schwimmen in Rio US-Star Michael Phelps gewinnt 21. Goldmedaille

Schwimm-Superstar Michael Phelps hat schon wieder gewonnen - und besitzt jetzt 21 olympische Goldmedaillen. Auch Katie Ledecky siegte erneut. Paul Biedermann ging im letzten Rennen seiner Karriere leer aus.

Michael Phelps
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Michael Phelps


US-Schwimmstar Michael Phelps hat in Rio de Janeiro seine insgesamt 21. Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewonnen und damit seine Position als erfolgreichster Olympionike ausgebaut.

Erst setzte er sich über 200 Meter Schmetterling in 1:53,36 Minuten mit dem Vorsprung von vier Hundertstelsekunden auf den Japaner Masato Sakai durch. Dritter wurde der Ungar Tamas Kenderesi. Dann gewann der 31-Jährige mit der US-Staffel auch über 4x200 Meter Freistil. Es war bereits seine dritte Medaille in Brasilien, zuvor hatte er Gold über 4x100 Meter Freistil geholt.

Neben seinen 21 Triumphen hat Phelps bei fünf Olympia-Teilnahmen auch noch jeweils zweimal Silber und Bronze gewonnen. Damit ist der Mann aus Baltimore auch der medaillenreichste Athlet bei Olympischen Spielen. Phelps hat zwölf Goldmedaillen mehr als die im Ranking zweitplatzierte russische Kunstturnerin Larissa Latynina.

Biedermann beendete Olympia-Karriere ohne Gold

Paul Biedermann hat die ersehnte Olympia-Medaille auch mit der Staffel verpasst. Der Weltrekordler belegte im letzten Rennen seiner Karriere mit dem Freistil-Quartett beim Sieg des US-Teams den sechsten Platz. In 7:07,28 Minuten fehlten Biedermann, Florian Vogel, Christoph Fildebrandt und Clemens Rapp fast vier Sekunden auf Bronze, das an Japan ging. Silber sicherte sich Großbritannien.

"Ich habe noch einmal alles gegeben. Es war ein hartes Rennen", sagte Biedermann, der schon als Sechster ins Rennen gegangen war: "Jetzt ist es Zeit, danke zu sagen. Ich bin froh über das, was ich erreicht habe. Ich habe ja noch drei Weltrekorde - auf die eine oder andere Art werde ich also noch mitschwimmen."

Paul Biedermann
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Paul Biedermann

Ledecky feiert zweites Gold in Rio

Katie Ledecky ist zu ihrem zweiten Olympiagold in Rio geschwommen. Die Amerikanerin schlug über 200 Meter Freistil nach 1:53,73 Minuten an. Rang zwei ging an die Schwedin Sarah Sjöström, die 1:54,08 Minuten benötigte. Dritte wurde die Australierin Emma McKeon. Annika Bruhn war im Vorlauf ausgeschieden.

Europameisterin Hentke verpasste Finale

Die deutschen Schwimmer haben bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro eine weitere Enttäuschung hinnehmen müssen. Europameisterin Franziska Hentke verpasste das Finale über 200 Meter Schmetterling. Die Magdeburgerin erzielte nur die elftbeste Zeit beider Halbfinals. In 2:07,67 Minuten war sie sogar langsamer als im Vorlauf. Hentke galt neben Weltmeister Marco Koch und Weltrekordler Paul Biedermann als eine der wenigen Medaillenhoffnungen.

"Ich bin in guter Form, warum ich's nicht ins Wasser bringen kann, keine Ahnung", sagte Hentke mit Tränen in den Augen: "Ich bin einfach nur mehr als enttäuscht. Ich habe vier Jahre darauf hintrainiert." Zuvor war bereits Freistilsprinter Damian Wierling im Halbfinale über 100 Meter als 15. ausgeschieden.

Marco Koch
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Marco Koch

Koch als Siebter im Finale über 200 Meter Brust

Weltmeister Marco Koch hat seine Medaillenambitionen im olympischen Halbfinale nicht untermauert. Der Brustschwimmer erreichte über 200 Meter in 2:08,12 Minuten nur auf Platz sieben das olympische Finale am Mittwoch. "Ziel erreicht, jetzt kann es weitergehen", sagte Koch gelassen im ZDF. Der Halbfinal-Beste Ippei Watanabe aus Japan schwamm in 2:07,22 Minuten olympischen Rekord. Koch könnte die erste Männer-Medaille der deutschen Schwimmer seit dem Jahr 2000 und Bronze von Rückenschwimmer Stev Theloke gewinnen. Letzter deutscher Olympiasieger war Michael Groß vor 28 Jahren.

Drittes Rio-Gold für Hosszú

Ungarns Schwimmstar Katinka Hosszú hat sich nach ihrem Triumph über die 400-Meter-Distanz in Weltrekordzeit und dem Erfolg über die 100 Meter Rücken auch über die 200 Meter durchgesetzt. In 2:06,58 Minuten verwies Hosszú die Britin Siobhan-Marie O'Connor (2:06,88 Minuten) und die US-Amerikanerin Maya Dirado (2:08,79) auf die nächste Plätze. Alexandra Wenk war im Halbfinale ausgeschieden.

mon/dpa/sid



insgesamt 68 Beiträge
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Luftatmer 10.08.2016
1. Unbelievable Mr.Phelps
Wahnsinn wie dieser Mensch sich auch im "hohen" Alter so motivieren und Spitzenleistungen abrufen kann. Hut ab!
alteschuleamsee 10.08.2016
2. unsere Schwimmer und ihre Kommentatoren
Es zeichnet sich ab, daß aus unzähligen - zu vielen - olympischen Schwimmwettbewerben für die deutschen Schwimmer wenig Finalteilnahmen und keine Medaillen zu erwarten sind. Das steht in krassem Gegensatz zu den von nahezu allen Kommnetatoren geschürten Hoffnungen. Die daraus - und zum wiederholten mal - zu folgernden Schlüsse heissen, dass beide " Berufsgruppen"den Zuschauer ent - wenn nicht ge-täuscht haben. Die Sportler aufgrund schwacher Leistungen , die Berichterstatter weil sie diese hochgesungen und damit überhöhte Erwartungen beim Zuschauer produziert haben. Beides ist auch in anderen Sportarten- wenn auch nicht so krass - zu sehen und dem Sport überaus abträglich. Die Konsequenz müsste bei beiden eine bessere Selektion sein. Leider nicht zu erwarten.
freier57 10.08.2016
3. Der Schwimmsport in Deutschland
- angeblich einem der reichsten Länder der Erde, ist mit bitterarmen Kommunen konfrontiert, die Schwimmbäder schließen müssen, Schulen, die nur noch rudimentären Schwimmunterricht durchführen können (wenn überhaupt) etc. Wie kommt die Öffentlichkeit eigentlich auf die Idee, das der deutsche Schwimmsport in der Weltspitze so mithalten kann?
uwebenkert 10.08.2016
4. Warum
schaffe ich es nicht mehr, mich über solche Rekorde, insbesondere bei den Schwimmern/innen zu freuen... Doch jedesmal wenn ich so etwas lese wie: Neuer Weltrekord, 2 Sekunden schneller wie alter oder 21te Goldmedaille, etc... kann ich nicht umhin, an Doping zu denken... Deswegen kann ich mich nicht mehr begeistern.. Schade eigentlich...
SichtausChina 10.08.2016
5. Technologie...
Phelps verwendet offenbar bessere Technologie als die russischen Sportverbände...
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