IOC-Chef Bach "Wir werden großartige Spiele erleben"

Zuversicht pur: Thomas Bach erwartet erfolgreiche Olympische Spiele. Viele Probleme seien behoben, doch es gebe "großen Zeitdruck". Er verteidigte das IOC und kritisierte die Welt-Anti-Doping-Agentur.

Thomas Bach
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Geldmangel, Bauverzögerungen, Umweltprobleme, Doping: Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) werden begleitet von vielen Problemen und Diskussionen. Dennoch erwartet Thomas Bach, Chef des Internationalen Olympischen Komitees, dass die Austragung ein Erfolg wird: "Wir sind zuversichtlicher denn je, dass wir großartige Spiele erleben werden", sagte Bach in der brasilianischen Metropole.

Die Baumängel im Athletendorf seien laut dem Deutschen mittlerweile behoben. Auch die Wasserqualität im Segelrevier entspreche nun den Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO. Vor allem zeigte sich Bach zufrieden, dass die U-Bahn-Linie zum olympischen Park mit seinen zahlreichen Wettkampfstätten rechtzeitig fertig geworden und so ein Verkehrschaos abgewendet worden sei.

Außerdem glaubt der Präsident nicht, dass vor allem die vielen Diskussionen um die IOC-Entscheidung gegen einen Generalausschluss aller russischer Athleten einen negativen Einfluss auf die Veranstaltung haben werde: "Ich glaube nicht, dass die Spiele dadurch Schaden genommen haben. Die Leute haben gesehen, dass wir diese Entscheidungen treffen mussten", sagte er.

Erneute Vorwürfe gegen die Wada

Die Verzögerungen bei der Frage, welche russischen Athleten nun zugelassen sein werden, seien darüber hinaus nicht auf sein Komitee zurückzuführen: "Das IOC kann für das Timing nicht verantwortlich gemacht werden", sagte er. Man habe keinen Einfluss auf die Veröffentlichung des McLaren-Berichts gehabt. Außerdem sei das IOC nicht dafür zuständig, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) schon vor Jahren diversen Hinweisen über Doping in Russland nicht nachgegangen sei und auch die Doping-Labore offenbar nicht richtig führe.

Bach räumte ein, dass durch die vielen Überprüfungen der russischen Athleten bis zur Eröffnungsfeier am Freitag "ein großer Zeitdruck" entstanden sei. Nachdem alle Weltverbände die Doping-Überprüfung der russischen Athleten abgeschlossen haben, werden Experten des Internationalen Sportgerichtshofs Cas und eine Drei-Personen-Kommission des IOC entscheiden, wie viele der 387 russischen Athleten, die sich für Rio qualifiziert haben, starten dürfen. Bis Sonntag waren 117 Sportler aus der umstrittenen Nation gesperrt worden.

Bach wehrte sich außerdem gegen Vorwürfe, Aussagen von russischen Regierungsvertretern nicht energisch genug zurückgewiesen zu haben. Diese hatten zwischenzeitlich die Existenz des aufgedeckten staatlichen Dopingsystem Russlands bestritten. "Ich kann nicht alles kommentieren", sagte der Fecht-Olympiasieger von 1976. Das IOC könne laut Bach keine Vertreter von Regierungen in irgendwelchen Ländern sanktionieren.

Angesprochen auf sein gutes Verhältnis zu Russland erklärte der 62-Jährige: "Ich habe seit der Veröffentlichung des McLaren-Reports keinen Kontakt zu russischen Regierungsvertretern mehr gehabt."

aev/sid/dpa



insgesamt 62 Beiträge
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Herkules67 31.07.2016
1. Danach
Gute oder schlechte Spiele, dass werden wir in 3 Wochen wissen. Ich schätze aber, solche Spiele wird es nicht nochmal geben. Und wie lange Bach noch IOC-Präsident sein wird, wird man auch sehen. Es wird Überraschungen geben.
ratem 31.07.2016
2. Bach ...
T. Bach, der Mann ohne Rückgrad, sagt uns es werde grossartige Spiele geben ... und an den Fehlern sind natürlich die anderen schuld. Er hatte seine Chance etwas richtig zu machen, und hat sie vertan? (Wieviel Geld das Putin wohl gekostet hat?)
seamanslife 31.07.2016
3. Bach hat sein Gesicht verloren -
im Falle Pechstein und in Sotschi sowieso.
Anhaltiner 31.07.2016
4.
Es gab Zeiten, da war immer die Rede von den "besten Spielen ALLER ZEITEN", da gilt "großartige Spiele" ja schon als (Selbst-)Kritik.
bs2509 31.07.2016
5. Thomas Bach . . .
. . . ist FDP-Mann durch und durch . . . akso wovon reden wir ? Und nun ist Thomas Bach Chef des IOC . . . eine "Blatter-ähnlichen Organisation"! "The Games must go on . . . oder Korruption at its best"!
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