Kopftuch-Streit bei Olympia Vater will saudi-arabischer Judoka Start verbieten

Kein Start ohne Kopftuch: Der Vater der saudi-arabischen Judoka Wojdan Shahrkhani will seine Tochter nicht ohne Hidschab antreten lassen. Damit droht ihre Teilnahme zu platzen, denn der Judo-Weltverband beharrt auf dem Kopftuch-Verbot.

Judoka Shahrkhani, Vater: Start nur mit Kopftuch
AFP

Judoka Shahrkhani, Vater: Start nur mit Kopftuch


Hamburg - Der Olympia-Start der saudi-arabischen Judoka Wojdan Shahrkhani droht zu platzen. Ihr Vater sagte der Zeitung "al-Watan", dass er seine Tochter nicht starten lassen werde, wenn sie ohne Kopftuch antreten müsse. Genau dies hatte der Judo-Weltverband IJF in der vergangenen Woche jedoch zur Bedingung für die Starterlaubnis der 16-jährigen Kämpferin gemacht.

Das Kopftuch widerspreche dem Geist der Spiele und des Judosports, so IJF-Präsident Marius Vizer. Außerdem verwiesen die Verantwortlichen auf die Verletzungsgefahr, die von dem Hidschab ausgehe.

Wenn die Funktionäre auf dieser Haltung beharrten, werde seine Tochter am Freitag nicht zu ihrem Erstrunden-Kampf gegen Melissa Mijoca aus Puerto Rico antreten, sagte Ali Shahrkhani. Das Olympische Komitee Saudi-Arabiens unterstütze diese Position. Derzeit fänden Gespräche zwischen dem IJF und den saudi-arabischen Sportfunktionären statt, in denen nach einer Lösung für den Streit gesucht werde. Wie diese angesichts der verhärteten Positionen aussehen soll, ist jedoch unklar.

Sharkhani ist eine von zwei Sportlerinnen, die von Saudi-Arabien für die Spiele in London nominiert wurden. Außer ihr geht die in den USA lebende Leichtathletin Sarah Attar über 800 Meter an den Start. Sie wird mit Kopftuch, langen Ärmeln und Hosenbeinen antreten. Es ist das erste Mal, dass das streng islamische Königreich Sportlerinnen bei Olympischen Spielen zulässt.

In ihrem Heimatland selbst ist die Teilnahme der beiden höchst umstritten. Kritiker beschimpften die jungen Frauen, die auch an der Eröffnungsfeier teilgenommen hatten, im Internet und starteten auf Twitter eine Kampagne unter dem Motto: "Die saudischen Frauen bei den Olympischen Spielen repräsentieren uns nicht."

syd



insgesamt 123 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
andydevine 30.07.2012
1.
Zitat von sysopAFPKein Start ohne Kopftuch: Der Vater der saudi-arabischen Judoka Wojdan Shahrkhani will seine Tochter nicht ohne Hidschab antreten lassen. Damit droht ihre Teilnahme zu platzen, denn der Judo-Weltverband beharrt auf dem Kopftuch-Verbot. Olympia: Vater will Wojdan Shahrkhani ohne Kopftuch Start verbieten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847179,00.html)
Na da kann einem die Sportlerin nur leid tun... Ein resultierendes Verletzungsrisiko ist ja wohl ein KO-Kriterium. Leider nicht für Burka-tragende AutofahrerInnen. Erst dieser Tage hat mir so ein Modell an einer Kreuzung die Vorfahrt genommen, sah mich wohl nicht von rechts kommen. Unglaublich, dass es in Deutschland offenkundig nicht geahndet wird, wenn Frau mit einer derart den Sichtraum einschränkenden Kutte hinterm Steuer sitzt!
Emil Peisker 30.07.2012
2. das Gesicht wahren...
Zitat von sysopAFPKein Start ohne Kopftuch: Der Vater der saudi-arabischen Judoka Wojdan Shahrkhani will seine Tochter nicht ohne Hidschab antreten lassen. Damit droht ihre Teilnahme zu platzen, denn der Judo-Weltverband beharrt auf dem Kopftuch-Verbot. Olympia: Vater will Wojdan Shahrkhani ohne Kopftuch Start verbieten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847179,00.html)
Saudi-Arabien. Ein Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung islamistische Verhaltensweisen fordert und gutheißt. Diese Mädchen wurden zur Olympiade geschickt, um der Regierung das Gesicht zu wahren. Wenn der Judo-Weltverband auf den Regeln für alle besteht, verliert sie es wieder.
munkelt 30.07.2012
3.
Zitat von andydevineNa da kann einem die Sportlerin nur leid tun... Ein resultierendes Verletzungsrisiko ist ja wohl ein KO-Kriterium. Leider nicht für Burka-tragende AutofahrerInnen. Erst dieser Tage hat mir so ein Modell an einer Kreuzung die Vorfahrt genommen, sah mich wohl nicht von rechts kommen. Unglaublich, dass es in Deutschland offenkundig nicht geahndet wird, wenn Frau mit einer derart den Sichtraum einschränkenden Kutte hinterm Steuer sitzt!
Wow, wo wohnen Sie denn? Und seit wann fahren Burka tragende Frauen Auto? Das passt ja nun so gar nicht zusammen. Das mit dem Kopftuch ist ein Problem. Die saudische Judoka kann einem schon leid tun. Wie kann man das nur einigermaßen pragmatisch lösen?
privado 30.07.2012
4. So what?
Zitat von sysopAFPKein Start ohne Kopftuch: Der Vater der saudi-arabischen Judoka Wojdan Shahrkhani will seine Tochter nicht ohne Hidschab antreten lassen. Damit droht ihre Teilnahme zu platzen, denn der Judo-Weltverband beharrt auf dem Kopftuch-Verbot. Olympia: Vater will Wojdan Shahrkhani ohne Kopftuch Start verbieten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847179,00.html)
Dann startet das Mädel eben nicht bei Olympia. So what?
Wildes Herz 30.07.2012
5. Grundkurs: So zertritt man das zarte Pflänzchen saudi-arabischer Liberalisierung...
Zitat von sysopAFPKein Start ohne Kopftuch: Der Vater der saudi-arabischen Judoka Wojdan Shahrkhani will seine Tochter nicht ohne Hidschab antreten lassen. Damit droht ihre Teilnahme zu platzen, denn der Judo-Weltverband beharrt auf dem Kopftuch-Verbot. Olympia: Vater will Wojdan Shahrkhani ohne Kopftuch Start verbieten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847179,00.html)
Hmm... selbst ich als religions-kritischer Mensch frage mich: was genau soll denn an dem Kopftuch problematisch sein? Allgemeines, schwammiges Geblubber á la "Das Kopftuch widerspricht dem Geist der Spiele", wirkt absolut willkürlich. Und eine Verletzungsgefahr durch ein Kopftuch? Also bitte, die junge Frau übt den Judosport doch schon länger aus, sonst hätte sie es ja wohl kaum zu Olympia geschafft. Und offenbar hat sie ihren Sport bislang ohne größere Verletzungen überstanden. Die hier genannten Gründe wirken allesamt vorgeschoben und willkürlich konstruiert. Anstatt dass man die jungen Frauen aus Saudi-Arabien, als Vorboten einer erhofften Liberalisierung, nach besten Kräften unterstützt und ihnen die Spielteilnahme so angenehm und problemlos wie IRGEND MÖGLICH gestaltet, tut man das genaue Gegenteil. Und zeigt sich damit als noch verbohrter und fundamentalistischer als das erzkonservative Saudi-Arabien... beschämend!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.