Doping im Gewichtheben Auch Olympiasieger Kim überführt

Das Thema Doping belastet das Gewichtheben weiterhin. Bei der WM in Houston sind mehrere Sportler aufgeflogen. Auch ein Olympiasieger von London ist darunter.

Olympiasieger Kim: Jetzt wegen Dopings aufgeflogen
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Olympiasieger Kim: Jetzt wegen Dopings aufgeflogen


Der Gewichtheber-Weltverband IWF hat drei weitere Doping-Fälle bei den Weltmeisterschaften in Houston vor drei Wochen bekannt gegeben. Prominentester Sünder ist der nordkoreanische Olympiasieger Kim Un Guk. Der Weltmeister von 2014 wurde der Einnahme der verbotenen Substanz Letrozol überführt und vorläufig suspendiert.

Kim darf die Öffnung der B-Probe verlangen. Bei gleichem Ergebnis wird ihm die gewonnene Silbermedaille im 62-Kilo-Limit ebenso aberkannt wie auch dem Aserbaidschaner Valentin Hristov die Bronzemedaille. Hristovs Dopingprobe soll Spuren des anabolen Steroids Nandrolon aufgewiesen haben.

Für den dritten positiven Fall hat Hristovs Landsmann Elkhan Aligulizada gesorgt. Der Junioren-Europameister von 2013 war bei der WM Sechster in der 69-Kilo-Klasse geworden. Bei Annullierung des Ergebnisses würde der Chemnitzer Max Lang um einen Rang auf Platz 13 vorrücken.

In der Vorwoche waren bereits vier positive Dopingproben veröffentlicht worden. Ghenadie Dudoglo aus Moldau, der Turkmene Umurbek Basarbajew, Mansour Abdulrahim Al Saleem aus Saudi-Arabien und die Aserbaidschanerin Silviya Angelova, die keine Medaillen gewannen, wurden ebenfalls suspendiert.

aha/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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h_harz 17.12.2015
1. Sieben von... wie vielen Teilnehmern?
Interessant, seit Jahrzehnten werden nach Olympischen Spielen, Europa- oder Weltmeisterschaften, regelmäßig bei den Gewichthebern etliche Titel und Medaillen wieder aberkannt, genauso bei den Diskus- und Hammer-Werfern und den Kugelstoßern. Die Ursache ist immer Doping. Aber irgendwie scheint das keinerlei Konsequenzen nach sich zu ziehen, zumindest auf Verbandsebene nicht. Muss man davon ausgehen, dass dort genauso eine Selbstbedienungsmentalität und Vetternwirtschaft herrscht, wie bei der Fifa oder früher in der UCI? Wie wäre es mal mit drakonischen Strafen? Wenn eine gewisse Anzahl and Sportlern, egal welchen Sport sie betreiben, innerhalb einer Frist des Dopings überführt werden, wird dieses Land von den nächsten Olympischen Spielen komplett ausgeschlossen.
spon72 17.12.2015
2. Immer wieder faszinierend...
...wie in allen Sportarten das immer gleiche Muster bei positiven Dopingproben zu erkennen ist. Es erwischt immer "nur" Sportler, die für die westliche Marketingmaschine unwichtig sind. So trifft es auch regelmäßig ausnahmslos Nordkoreaner, Turkmenen oder Sünder aus anderen Ländern, die entweder dem westlich dominierten Verbänden unwichtig oder, wie im Fall Russlands, ein Dorn im Auge sind. Geht die Wünschelroute dann mal aber auch nur in die Nähe von Werbeträgern des vermeintlichen Sports (Jamaikaner, Keniaten, US-Amerikaner oder gar deutsche Athleten), wird geschwiegen und vertuscht. Der Kampf gegen das Doping, sofern jemand überhaupt noch daran glaubt, wird so nicht wirklich professioneller. Am Ende muss der Dollar eben rollen und die Massen für dumm verkauft werden, egal ob Fußball, Hammerwurf oder Gewichtheben.
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