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Segelunfall Olympiasieger Simpson stirbt bei America's-Cup-Training

Das Unglück geschah in der Bucht von San Francisco: Beim Training zum diesjährigen America's Cup kenterte die Yacht des Artemis-Teams. Mit an Bord war der britische Segler Andrew Simpson. Der Goldmedaillengewinner von Peking kam bei dem Unfall ums Leben.

San Francisco - Der britische Segler Andrew Simpson, 36, ist am Donnerstag bei einem Unfall während des Trainings zum America's Cup in der Bucht von San Francisco ums Leben gekommen. Das schwedische Team Artemis bestätigte den Tod des Olympiasiegers.

Simpson war einer von elf Seglern an Bord eines AC72-Katamarans. Er hatte bei den Olympischen Spielen 2008 die Goldmedaille gewonnen sowie 2012 in London Silber. Zudem war Simpson Weltmeister 2010, WM-Zweiter 2012 sowie WM-Dritter 2003 und 2007.

Der tödliche Unfall ereignete sich bei überdurchschnittlich starkem Wind von 22 Knoten und Böen mit 31 Knoten, das Boot brach auseinander und kenterte. Verletzt wurde bei der Havarie nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa zudem der neuseeländische Olympia-Dritte Craig Monk. Er zog sich Verletzungen im Nackenbereich zu, die aber nicht lebensgefährlich sind. Monk, der 1995 zum America's-Cup-Gewinnerteam Neuseelands zählte, wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Er wurde wie die anderen Crewmitglieder schnell geborgen und in Sicherheit gebracht. Simpson aber blieb etwa zehn Minuten unter Wasser eingeschlossen, hieß es in der Mitteilung seines Teams. Wiederbelebungsversuche nach seiner Bergung blieben erfolglos. Die Unglücksursache wurde zunächst nicht bekannt.

Das Training fand im Vorfeld des America's Cup statt, der in diesem Sommer in San Francisco ausgetragen wird. Wer den Artemis-Katamaran zum Zeitpunkt des Unfalls steuerte, ist noch nicht geklärt. Der Australier Nathan Outteridge und der Franzose Loick Peyron wechseln sich als Skipper ab.

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America's Cup: Olympiasieger stirbt bei Segelunfall

Foto: JED JACOBSOHN/ REUTERS

Die Regatta ist ein Top-Event des internationalen Segelsports. Simpson sollte für das schwedische Team Artemis daran teilnehmen. Die Bucht von San Francisco ist ein Segelrevier mit starken Winden und gefährlichen Strömungen.

"Unser gesamtes Team ist zutiefst erschüttert, unser Beileid von Herzen für Andrews Frau und seine Familie", sagte Paul Cayard, der Chef von Artemis Racing. Simpson war erst im Februar zum Team gestoßen. Ob die Mannschaft ohne ihn weitermacht, war zunächst unklar.

Im vergangenen Oktober war ein ähnlicher Katamaran vom America's-Cup-Verteidiger Oracle Team USA gekentert. Niemand wurde verletzt, aber das acht Millionen Dollar teure Boot wurde schwer beschädigt.

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luk/suc/cte/dpa
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