Olympia-Gastgeber Wada suspendiert Anti-Doping-Labor in Rio

Die Probleme in Rio de Janeiro häufen sich: Die Wada hat das Anti-Doping-Labor in der brasilianischen Metropole suspendiert - dort, wo bald die Olympischen Sommerspiele stattfinden.
Büro der Wada

Büro der Wada

Foto: CHRISTINNE MUSCHI/ REUTERS

Sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) das Anti-Doping-Labor in Rio de Janeiro gesperrt. Damit darf das Labor in der brasilianischen Metropole unter anderem keine Blut- und Urinproben mehr analysieren.

Wie die Wada mitteilte, wurde die Suspendierung der Akkreditierung wegen "einer Nichtübereinstimmung mit dem Internationalen Standard für Laborartorien (ISL)" verhängt. Der noch amtierende Wada-Boss David Howman sprach gegenüber neuseeländischen Medien von "ziemlich verstörenden" Problemen, offenbar technischer Art, die zu dem drastischen Schritt führten. Das Labor wurde nach Wada-Angaben bereits am Mittwoch informiert. Innerhalb von 21 Tagen kann das Labor gegen die Entscheidung Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einlegen.

"In der Zwischenzeit wird die Wada mit dem Rio-Labor eng zusammenarbeiten, um das erkannte Problem zu lösen", wurde der angehende Wada-Generaldirektor Olivier Niggli in einem Statement zitiert. Er versicherte, dass die Sperre nur dann aufgehoben werde, wenn das Labor optimal arbeite, sodass "die beste Lösung geschaffen werde, um sicherzustellen, dass die Untersuchung der Proben für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio verlässlich ist."

Untersuchungen, die planmäßig im Labor von Rio durchgeführt werden sollten, werden bis auf weiteres von anderen Einrichtungen mit Wada-Akkreditierung weltweit durchgeführt. Die Agentur will gewährleisten, dass die Proben sicher und zeitnah transportiert werden. Die Wada wird nun einen Disziplinarausschuss einsetzen, der den Fall überprüft und Empfehlungen zum Akkreditierungsstatus des Labors gibt. Die Sperre gilt zunächst für sechs Monate oder bis die Wada-Exekutive nach der Überprüfung eine Entscheidung trifft.

Das Labor, in dem rund 5000 Olympia-Proben analysiert werden sollten, macht nicht zum ersten Mal Probleme. Bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 waren die Proben aus Brasilien für immense Kosten quer über den Atlantik zu einem Labor im schweizerischen Lausanne geschickt worden, weil die Wada der Einrichtung in Rio de Janeiro im August 2013 wegen Unregelmäßigkeiten die Zulassung entzogen hatte. Für den Olympia-Gastgeber häufen sich indes die Probleme. Vor knapp einer Woche hatte der Bundesstaat Rio de Janeiro bereits den Finanznotstand ausgerufen.

aev/sid
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