Olympische Sommerspiele Peking ist der Favorit für 2008

Sieben Jahre nachdem sie Sydney in der Wahl zu den Jahrtausendspielen unterlagen, unternehmen die Chinesen den zweiten Versuch. Peking gilt nach Ablauf der Bewerbungsfrist als erklärter Favorit für die Sommerspiele 2008. Samaranch wird's richten.


Lausanne - Bis Dienstag um Mitternacht hatten zehn Städte ihre Kandidatur beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne eingereicht. Nur für die Spiele 2004 (Athen) gab es bisher mehr Bewerbungen (11). Die Entscheidung fällt auf der IOC-Session am 16. Juli 2001 in Moskau.

Wer den Zuschlag erhält, hat gleich ein "Antrittsgeschenk" von fast 1,5 Milliarden Mark in der Tasche - die Hälfte aus den bereits für 2008 abgeschlossenen IOC-Fernsehverträgen mit NBC/USA (894 Millionen Dollar) und der EBU (443 Millionen Dollar).

Die offiziellen Bewerber für 2008 sind: Bangkok (Thailand), Havanna (Kuba), Istanbul (Türkei), Kairo (Ägypten), Kuala Lumpur (Malaysia), Osaka (Japan), Paris (Frankreich), Peking (China), Sevilla (Spanien) und Toronto (Kanada). Von ihnen war nur Paris (1900 und 1924) schon Olympia-Ausrichter. Nach dem Beschluss des Reform-Kongresses von Dezember darf ab sofort kein IOC-Mitglied mehr in die zehn Städte reisen.

Peking war 1993 fast sensationell mit 43:45 Stimmen im Finale für die Spiele 2000 an Sydney gescheitert. Die Niederlage wurde als nationale Schmach empfunden und von höchster politischer Stelle als "Ausdruck der Korruption im IOC" kommentiert. Für 2004 wurde trotz aller persönlichen Bemühungen von Samaranch demonstrativ auf eine Bewerbung verzichtet. Viel spricht dafür, dass der Spanier alles versuchen wird, auf seiner Abschieds-Session 2001 verkünden zu können: "Sieger ist Peking."



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.