Olympische Spiele 1896 Ruhm statt Schande

Heute vor 120 Jahren begannen die ersten Olympischen Spiele der Moderne in Athen, initiiert von dem Franzosen Pierre Baron de Coubertin. Google erinnert an die Neuerfindung des Sportspektakels mit einem Doodle.

Pierre Baron de Coubertin
Benjamin Maack

Pierre Baron de Coubertin


Am 6. April 1896 fanden die ersten Spiele der Neuzeit in Athen statt. Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele geht auf den französischen Adligen Pierre Baron de Coubertin (1863-1937) zurück. Anlässlich des Datums ziert Google seine Startseite heute mit einem Doodle. "Dabeisein ist alles", lautete das Credo des Barons - ein Gegensatz zum antiken Vorbild, wo Verlierer Schande über ihre Heimat brachten.

Griechenland beherbergte die ersten Olympioniken der Neuzeit, die meisten waren Einheimische. Erster Olympiasieger wurde der Amerikaner James Brendan Connolly. Er gewann mit 13,71 Metern den Dreisprung und erhielt eine Silbermedaille; die Zweitplazierten bekamen Kupfer und einen Lorbeerzweig. Die ersten Spiele der Neuzeit galten als Erfolg. Hier finden Sie mehr über die Austragungsorte der folgenden 100 Jahre.

Die Deutschen boykottierten damals die Spiele: "Nur Untreue gegenüber dem Vaterland und eitle Ruhmsucht" könne verleiten, an den "mit deutscher Ehre unverträglichen" Olympischen Spielen teilzunehmen, begründete der Turnführer und Reichstagsabgeordnete Dr. Ferdinand Götz den Boykott damals.

Den Siegern in der Antike wurde zunächst ein symbolischer Lorbeerkranz verliehen. Später bekamen die Sieger ein Stück Land und eine lebenslängliche Rente. Der römische Kaiser Theodosius verbot 393 nach Christus die Spiele.

Die nächsten Olympischen Sommerspiele werden am 5. August 2016 in Rio de Janeiro eröffnet und enden am 21. August.

jul



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.