Olympische Spiele Farbenfrohe Abschlussfeier

Mit dem Erlöschen der olympischen Flamme sind die Winterspiele von Salt Lake City zu Ende gegangen. IOC-Präsident Jacques Rogge beschrieb die Spiele in Utah als "zwei unvergessliche Wochen".


Kiss und Kati Witt bei der Abschlussfeier: "Rock'n'Roll All Nite"
REUTERS

Kiss und Kati Witt bei der Abschlussfeier: "Rock'n'Roll All Nite"

Salt Lake City - Mit einer kurzweiligen Eisshow im Hollywood-Stil und fetzigen Rhythmen sind am Sonntagabend die XIX. Olympischen Winterspiele in Salt Lake City zu Ende gegangen. 44.929 Zuschauer im Rice Eccles-Stadion und ein Milliardenpublikum weltweit an den Fernsehgeräten erlebten eine von Hollywood-Regisseur Don Mischer perfekt inszenierte Show, mit der die amerikanischen Gastgeber die ersten Winterspiele dieses Jahrhunderts nach 16 Wettkampftagen stimmungsvoll ausklingen ließen.

IOC-Präsident Jacques Rogge bedankte sich bei den Amerikanern im Namen der olympischen Bewegung für "zwei unvergessliche Wochen". "Bürger Amerikas, Utahs und von Salt Lake City, ihr habt der Welt herausragende Spiele gegeben", rief der Belgier unter dem Jubel der Zuschauer den Gastgebern zu.

Auf nach Turin


Um 20.10 Uhr Ortszeit (04.10 Uhr MEZ) sprach Rogge die traditionelle Schlussformel: "Hiermit erkläre ich die XIX. Olympischen Winterspiele für beendet." Zugleich rief er die Jugend der Welt auf, sich in vier Jahren in Turin zu versammeln. Die Hauptstadt der italienischen Provinz Piemont ist vom 10. bis 26. Februar 2006 Schauplatz der XX. Winterspiele. Um 20.35 Uhr Ortszeit (4.35 Uhr MEZ) erlosch das Olympische Feuer in Salt Lake City.

Den passenden Rahmen für den Abschied bot Salt Lake City mit einem Feuerwerk, das im Stadion begann und sich in den nächsten Minuten über die Stadt bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Wasatch-Berge ausbreitete. Die Arena war zu diesem Zeitpunkt komplett in ultraviolettes Licht getaucht, das eine Gänsehaut-Atmosphäre verbreitete.

Feuerwerk über dem Rice-Eccles-Stadion: Abschlussfeier in Hollywood-Manier
REUTERS

Feuerwerk über dem Rice-Eccles-Stadion: Abschlussfeier in Hollywood-Manier

Unter den Augen von US-Vizepräsident Dick Cheney hatten die Athleten aus 78 Ländern ein letztes Mal Einzug in das Rice Eccles-Stadion gehalten. Der bei seiner fünften Olympia-Teilnahme mit Silber dekorierte dreifache Rodel-Olympiasieger Georg Hackl trug die Fahne des deutschen Teams, das mit rund 100 Mitgliedern in die Arena einmarschierte. An dem bunten Reigen zum Ausklang der Spiele beteiligten sich auch die russischen Sportler, deren Teilnahme an der Schlussfeier erst wenige Stunden vorher offiziell bestätigt wurde.

Kati Witt als Metal-Queen


Den Auftakt zu einem Festival der Stars bildete ein musikalischer Streifzug durch Amerika vom Jazz über Pop bis zum Swing. Einer von vielen Höhepunkt der Feier war der Auftritt von Katarina Witt. Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin sorgte gemeinsam mit Albertville-Gewinnerin Kristi Yamaguchi (USA) bei ihrer Kür zur Musik "Rock and Roll All Nite" von der Rockgruppe Kiss für Jubelstürme unter den Fans. Vor dem Abschluss der zweistündigen Zeremonie mit einem gigantischen Feuerwerk gaben sich musikalische Weltstars wie Willie Nelson, Earth, Wind & Fire, Christina Aguilera und Bon Jovi die Ehre.

Nach den Showeinlagen hallten die Nationalhymnen Griechenlands und Italiens, Austragungsland der nächsten Winterspiele, durch die Arena, während gleichzeitig die Flaggen beider Länder gehisst wurden. In einem feierlichen Augenblick gab Salt Lake Citys Bürgermeister Rocky Anderson die Olympische Flagge, die 17 Tage lang über der Mormonen-Metropole geweht hatte, an IOC-Präsident Rogge zurück. Dieser reichte sie schließlich an Sergio Chiamparino, das Stadtoberhaupt von Turin weiter. In einer sechsminütigen Präsentation stellte sich der Gastgeber der nächsten Winterspiele anschließend vor.



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