Olympische Spiele Heidler zertrümmert Hartings Diskus

Kurioses Missgeschick: Hammerwerferin Betty Heidler hat mit ihrem Sportgerät den Diskus von Robert Harting zertrümmert. Ein iranischer Schwimmer ist nicht gegen einen israelischen Athleten angetreten, der ehemalige rumänische Athlet Octavian Gutu darf nicht für Moldawien starten.


Hamburg - Der vier Kilo schwere Hammer von Weltmeisterin Betty Heidler hat Robert Hartings geliebten "Silberdiskus" zerschmettert. Das kuriose Missgeschick ereignete sich im Olympia-Trainingslager der deutschen Leichtathleten im japanischen Shibetsu. Der WM-Zweite aus Berlin löste sich mit der Frankfurterin im Wurfring ab. Als Betty Heidler schon wieder rotierte, lag Hartings zwei Kilo schwerer Diskus noch auf dem Rasen.

Hammerwerferin Heidler: Treffsicher im Training
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Hammerwerferin Heidler: Treffsicher im Training

Beim folgenden Wurf Heidlers passierte es: Punktgenau traf ihr Hammer Hartings Diskus. Harting durfte sein Sportgerät, mit dem er vor einem Jahr in Osaka überraschend WM-Zweiter geworden war, damals mitnehmen. Seither trainierte der 23-Jährige mit seiner "Silberscheibe" und verwendete das Wurfgerät auch in Shibetsu.

Der iranische Schwimmer Mohammad Alirezaei ist am Samstag bei den Vorläufen der Olympischen Spiele nicht angetreten und hat damit für Verwirrung gesorgt. Zunächst hatte nach einer Meldung der iranischen Nachrichten-Agentur ISNA das Nationale Olympische Komitee des Iran (INOC) den Start des Athleten über 100 Meter Brust freigegeben, obwohl in diesem Lauf auch der Israeli Tom Beeri gemeldet war. Weil der Iraner auf Bahn eins und der Israeli auf Bahn sieben eingeteilt waren, hätte es sich nicht um ein direktes Duell gehandelt, zitierte ISNA einen Sprecher des INOC.

Am Ende blieb Alirezaeis Platz aber doch frei. Laut iranischen Angaben war der Sportler erkrankt. Beobachter vermuteten jedoch ein Eingreifen der iranischen Staatsführung. Seit der islamischen Revolution 1979 wäre es die erste sportliche Auseinandersetzung zwischen Athleten beider Länder gewesen.

Der Präsident des Fechtweltverbandes FIE, Rene Roch, hält die Komplott-Theorie des positiv getesteten italienischen Florettfechters Andrea Baldini für abwegig. "Ich glaube nicht an ein Komplott, sondern eher daran, dass Monsieur Baldini sehr unvorsichtig war. Wenn man krank ist und Medikamente nimmt, sollte man eben aufpassen", sagte der Franzose am Samstag am Rande der olympischen Fechtwettbewerbe in Peking. Am 3. September soll es eine Anhörung Baldinis durch den italienischen Verband geben.

Der Weltranglistenerste war Anfang Juli bei den Europameisterschaften in Kiew positiv auf ein Diuretikum getestet worden, das Doping verschleiern kann. Baldini hatte seine Unschuld beteuert, obwohl in A- und B-Probe Spuren von Furosemid nachgewiesen worden waren. Seine Komplott-Theorie brachte er indirekt mit seinem für ihn nachgerückten Teamkollegen Andrea Cassara in Verbindung. Dieser war davon so entnervt, dass er inzwischen aus dem olympischen Dorf ausgezogen ist.

Der moldawische Schwimmer Octavian Gutu ist bei den Olympischen Spielen in Peking nicht startberechtigt. Dies bestätigte der Internationale Sportgerichtshof Cas am Samstag. Das Cas lehnte den Einspruch des Moldawischen Nationalen Olympischen Komitees gegen eine Entscheidung des Internationale Olympische Komitees (IOC) ab, weil Gutu bei den Weltmeisterschaften 2007 noch für Rumänien angetreten war.

Gutu hat zwar die Staatsbürgerschaft Moldawiens angenommen, aber nicht die vom IOC vorgeschriebene dreijährige Frist eingehalten, die für die Anerkennung eines Nationalitätenwechsels vorgeschrieben ist. Sie kann nur verkürzt werden, wenn beide Nationalen Olympischen Komitees und der zuständige Weltverband zustimmen. Die Genehmigung des internationalen Schwimmverbandes Fina war jedoch nicht erteilt worden.

ulz/sid/dpa



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