Olympische Spiele IOC gibt fehlende Dopingkontrollen zu

Ankündigung mit Folgen: Das Internationale Olympische Komitee hat eingeräumt, dass gültige Testverfahren in Peking nicht eingesetzt worden sind. Nun aber sollen die entnommenen Proben auf weitere Dopingsubstanzen nachgetestet werden.


Hamburg - Bei den Olympischen Sommerspielen in Peking wurde offenbar auf zahlreiche Dopingsubstanzen nicht kontrolliert, obwohl es gültige Testverfahren gab. Dies räumte der medizinische Direktor des IOC, Patrick Schamasch, gegenüber der ARD-"Sportschau" ein. Dabei handele es sich um Testverfahren für mögliche neue Varianten anaboler Designer-Steroide, für die muskelaufbauenden SARMs sowie die zur Verschleierung von Doping anwendbaren Proteasen, heißt es in dem Bericht.

Kontrollstation: Nachtests von Dopingproben aus Peking angekündigt
DPA

Kontrollstation: Nachtests von Dopingproben aus Peking angekündigt

Bei der Deutschland-Tour der Radprofis Anfang September wurden diese Nachweise vorgenommen. Bei Olympia habe es jedoch "kein grünes Licht der Wada für den Einsatz der Nachweismethoden gegeben", sagte Schamasch. Laut Arne Ljungqvist, Vizepräsident der Welt-Antidopingagentur (Wada), der zugleich Vorsitzender der Medizinischen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees ist, konnten in Peking nur Verfahren eingesetzt werden, die zum "Routinesystem der Wada-Kontrolllabore" gehören, also im Alltag zur Anwendung kommen. Allerdings solle nun auch auf diese Substanzen nachkontrolliert werden, nachdem bereits Nachtests auf Insulin angekündigt worden sind.

"Sobald die Nachweisverfahren im Routinesystem sind, werden wir die Peking-Proben auch auf SARMs und bisher unbekannte Designer-Steroide untersuchen. Das ist unser Plan", erklärte Ljungqvist. Auch Nachtests auf die in Lausanne lagernden Dopingproben der Sommerspiele 2004 und Winterspiele 2006 würden erwogen: "Es kann sein, dass wir auch die Proben von Athen und Turin auf diese Substanzen hin untersuchen werden. Das werden wir noch besprechen", so Ljungqvist.

mti/sid



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