Olympische Spiele IOC und DOSB lockern Werbeverbot für deutsche Athleten

Das Bundeskartellamt hat Druck ausgeübt, die Verbände haben nun reagiert: Deutsche Sportler dürfen künftig auf höhere Werbeeinnahmen hoffen. Doch es gibt Einschränkungen.

Saskia Woidy aus Deutschland bei den Jugendspielen 2018 in Buenos Aires
Getty Images

Saskia Woidy aus Deutschland bei den Jugendspielen 2018 in Buenos Aires


Die deutschen Sportler und ihre Sponsoren werden in Zukunft erweiterte Werbemöglichkeiten während der Olympischen Spiele haben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) haben sich dem Bundeskartellamt gegenüber zu einer Öffnung der bisherigen Werbebeschränkungen verpflichtet, teilte die Behörde mit.

Das IOC hatte mit der Regel 40 der olympischen Charta die Werbemöglichkeiten von Athleten unter anderem durch das Verbot der Nennung olympischer Begriffe während Olympischer Spiele stark beschränkt.

Dies wurde von Sportlern zuletzt immer wieder kritisiert - die deutschen Athleten um ihren Vertreter Max Hartung hatten eine Werbefreiheit und stärkere Beteiligung an den Olympia-Einnahmen gefordert. Dank exklusiver Werbeverträge mit Großsponsoren verdienten bisher vor allem das IOC und Nationale Olympische Komitees wie der DOSB an Olympia.

Änderung gilt nur für deutsche Athleten

"Durch unsere Entscheidung haben deutsche Athletinnen und Athleten künftig deutlich mehr Handlungsspielraum bei der Vermarktung ihrer Person während der laufenden Olympischen Spiele", sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. "Dies betrifft unter anderem die Nutzung bestimmter 'olympischer' Begriffe, die Aktivitäten auf Social Media oder die Verwendung von Wettkampfbildern."

Der DOSB begrüßt den Beschluss. "Die Entscheidung wird beiden Seiten gerecht: Einerseits profitieren die Athletinnen und Athleten durch die Ausweitung persönlicher Rechte, andererseits wird das für den gesamten Sport existenzielle Finanzierungsmodell der Olympischen Spiele gesichert", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Die Änderungen gelten nur für deutsche Athleten. Weltweit gilt weiter die olympische Charta mit der Regel 40. Noch ist unklar, welche Folgen die Entscheidung auf den internationalen Werbemarkt haben wird und ob sich weitere nationale Verbände dem deutschen Vorgehen anschließen werden.

jan/dpa



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.