Fukushima-Probleme IOC hat keine Bedenken für Olympia 2020

Die schlechten Nachrichten aus der japanischen Atomruine Fukushima reißen nicht ab. Von Risiken für die Olympischen Spiele 2020 im 250 Kilometer entfernten Tokio will das IOC jedoch nichts wissen. Japans Ministerpräsident bittet nun um internationale Hilfe.
IOC-Präsident Thomas Bach: Keine Bedenken

IOC-Präsident Thomas Bach: Keine Bedenken

Foto: Getty Images

Hamburg - Knapp einen Monat nach der Wahl Tokios zum Olympia-Gastgeber 2020 ist die Lage an der 250 Kilometer nördlich von der japanischen Hauptstadt gelegenen Atomruine weiter kritisch. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wiegelt Sicherheitsbedenken trotzdem ab: "Das IOC hat von höchster Stelle aus Japan die Zusicherung erhalten, dass die Werte in Tokio und Umgebung sicher sind", heißt es von IOC-Seite. Daher habe man keinen Grund zu glauben, dass dies während der Spiele nicht der Fall sein werde.

Die Probleme im Zusammenhang mit dem 2011 havarierten Kernkraftwerk sind jedoch inzwischen so groß, dass sich die japanische Regierung bereit zeigt, Hilfe aus dem Ausland anzunehmen: Nuklearverseuchtes Wasser aus undichten Kühltanks sickert in den Pazifik, weitere Lecks werden befürchtet. AKW-Betreiber Tepco wirkt mit der Lage überfordert. Ministerpräsident Shinzo Abe bat Anfang Oktober in Kyoto bei einer Tagung deshalb vor zahlreichen Forschern aus dem Ausland um Unterstützung.

Unmittelbar vor der Abstimmung über den Ausrichter der Spiele 2020 hatte Abe den IOC-Mitgliedern noch versichert, in Tokio sei das Leben normal und "alles unter Kontrolle". Das IOC hatte den Zuschlag für Tokio im September daraufhin als sichere und stabile Wahl präsentiert.

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Foto: SPIEGEL ONLINE
roe/dpa
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