Olympische Spiele Langlaufmedaille für Deutschland

Überraschend hat die deutsche Langlaufstaffel der Herren um René Sommerfeldt bei den Olympischen Winterspielen Edelmetall gewonnen.


Deutsche 4x10-Kilometer Langlaufstaffel: Glücklich und erschöpft
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Deutsche 4x10-Kilometer Langlaufstaffel: Glücklich und erschöpft

Soldier Hollow - Mit einem Jubelschrei stürzte René Sommerfeldt über die Ziellinie, kurz darauf war von dem Oberwiesenthaler nicht mehr viel zu sehen. Seine Teamkollegen aus der 4x10-Kilometer-Staffel hatten ihn unter sich begraben, und es galt eine kleine Sensation zu feiern. Erstmals bei Olympischen Spielen nämlich hatte ein deutsches Quartett Edelmetall im Skilanglauf gewonnen.

Beim hauchdünnen Spurt-Sieg von Norwegen über Italien lagen Jens Filbrich, Andreas Schlütter (beide Oberhof), Tobias Angerer (Vachendorf) und Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) im Ziel 49 Sekunden zurück und sicherten sich Bronze.

"Der pure Wahsinn"

"Das ist der pure Wahnsinn. Eine Medaille war unser Ziel, aber ich konnte bis zuletzt nicht daran glauben. Es ist phantastisch", jubelte Sommerfeldt. Bundestrainer Jochen Behle, der früher im Team mit Johann Mühlegg oft am erhofften Edelmetall gescheitert war, zeigte sich ebenfalls überglücklich: "Diese erste Medaille war lange fällig. Ich bin stolz auf diese Jungs."

Die Norweger Anders Auckland, Frode Estil, Kristen Skjeldal und Thomas Alsgaard nahmen in Soldier Hollow erfolgreich Revanche für die Niederlage vor acht Jahren im heimischen Lillehammer, als die Italiener Olympiasieger geworden waren. Damals war Schlussläufer Björn Dählie von Italiens Silvio Fauner in die Schranken gewiesen worden. Diesmal hängte Alsgaard Italiens Sprint-Spezialisten Christian Zorzi ab.

Ersatzmann Filbich hielt gut mit

Überraschend hatte Behle den Oberhofer Jens Filbrich für Axel Teichmann ins Team berufen. Ex-Junioren-Weltmeister Teichmann war in den Rennen zuvor deutlich hinter den Besten her gelaufen und musste deshalb wie bereits im Vorjahr beim dritten WM-Platz in Lahti zuschauen. Der 22-jährige Filbrich hielt bis zum Schlussanstieg gut mit, doch bei der Attacke des Norwegers Anders Auckland konnte er dann nicht mehr mithalten und wechselte als Vierter.

Auf der zweiten Schleife lief Andreas Schlütter das deutsche Quartett erstmals auf einen Medaillenrang. Der 29-Jährige setzte sich an die Spitze der Verfolgergruppe hinter den dominierenden Norwegern und zur Hälfte gemeinsam mit Olympiasieger Andrus Veerpalu aus Estland ab. Nach Schlütter lief der Vachendorfer Tobias Angerer in einer sich formierenden Dreier-Gruppe mit dem Olympia-Dritten Jaak Mae und dem Italiener Pietro Piller Cottrer ein großes Rennen.

René Sommerfeldt hatte danach wenig Mühe, den estnischen Schlussläufer abzuhängen. In der Stunde des Erfolges dachte Sommerfeldt aber auch an Axel Teichmann, der wie im Vorjahr - damals wegen einer Armverletzung - kurzfristig aus der Staffel genommen worden war. "Die Medaille ist auch für ihn."



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