Olympische Spiele Siebtes Gold - Phelps stellt Rekord von Spitz ein

So lange musste er in Peking noch nie zittern: Michael Phelps sicherte sich erst auf den letzten Zentimetern Gold über 100 Meter Schmetterling. Der 23-Jährige steht jetzt auf einer Stufe mit Schwimm-Legende Mark Spitz - doch noch hat er sein großes Ziel nicht erreicht.


Hamburg - Es war eine hauchdünne Entscheidung: Kurz vor Schluss der 100 Meter Schmetterling lag Michael Phelps noch deutlich zurück. Auf der Bahn neben ihm führte der Serbe Milorad Cavic das Feld an, dann mobilisierte Phelps alle Kräfte zum Endspurt - und der Rückstand schmolz mit jedem Armzug. Am Ende schlug der US-Amerikaner in 50,58 Sekunden eine Hundertstel vor seinem Konkurrenten an und feierte seine siebte Goldmedaille in Peking.

Schwimm-Superstar Phelps: Mit 4,7 Millimetern Vorsprung zu Gold.
AFP

Schwimm-Superstar Phelps: Mit 4,7 Millimetern Vorsprung zu Gold.

Die Entscheidung war so knapp, dass die serbische Delegation Protest gegen die Wertung des Rennens einlegte - vergeblich. Der Weltschwimmverband Fina bestätigte wenig später den Sieg Phelps'. Die offizielle Auswertung des Zielfotos ergab, dass der 23-Jährige 4,7 Millimeter vor Cavic anschlug.

Damit hat er den Rekord seines Landsmannes Mark Spitz eingestellt, der 1972 in München ebenfalls siebenmal Gold gewonnen hatte. Zur Belohnung erhält er von einem Sponsor die Sonderprämie in Höhe von einer Million US-Dollar. Sein größtes Ziel hat Phelps aber noch nicht erreicht: Am Sonntag peilt er mit der Staffel über 4x100 Meter Lagen seinen achten Triumph an - so viele Goldmedaillen hat noch nie ein Athlet bei Olympischen Spielen in einem Jahr gewonnen.

Hinter Phelps und Cavic sicherte sich der Australier Andrew Lauterstein in 51,12 Sekunden die Bronzemedaille. Die Deutschen Benjamin Starke und Thomas Rupprath waren bereits im Vorlauf gescheitert.

Cesar Cielo Filho hat im Rennen über 50 Meter Freistil triumphiert. Es war die erste Goldmedaille im Schwimmen in der Geschichte Brasiliens. "Da wird ein Traum Wirklichkeit", sagte Filho nach dem Rennen. Er verwies in 21,30 Sekunden die Franzosen Amaury Leveaux (21,45) und Alain Bernard (21,49) auf die Plätze.

Bei den Frauen hat Kirsty Coventry die Goldmedaille über 200 Meter Rücken gewonnen. Die 24-Jährige aus Simbabwe stellte in 2:05,24 Minuten zudem einen neuen Weltrekord auf. Sie unterbot die alte Bestmarke der zweitplazierten Margaret Hoelzer (USA) um 85 Hundertstelsekunden. Hoelzer benötigte in Peking 2:06,23 Minuten, Bronze ging an Reiko Nakamura aus Japan (2:07,13). Für Coventry war es nach zuvor dreimal Silber (400 und 200 Meter Lagen, 100 Meter Rücken) bereits die vierte Medaille in Peking.

Auch die Britin Rebecca Adlington hat mit neuem Weltrekord Gold gewonnen. Sie siegte über 800 Meter Freistil in 8:14,10 Minuten und blieb dabei 2,12 Sekunden unter der alten Bestmarke der US-Amerikanerin Jenat Evans aus dem Jahr 1989. Silber ging in 8:20,23 Minuten an Alessia Filippi (Italien) vor den Dänin Lotte Friis (8:23,03).

hut/sid/dpa



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