Paralympics Untersuchung gegen algerisches Goalball-Team

Sechs Tage zu spät: Die algerischen Goalball-Frauen sind mit großer Verzögerung bei den Paralympics in Rio angekommen. Schuld sei eine unglückliche Kettenreaktion. Eine Lüge?

Goalballer bei den Paralympics
REUTERS

Goalballer bei den Paralympics


Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat eine Untersuchung gegen die algerischen Goalball-Frauen eingeleitet. Das Team war bei den Paralympics in Rio de Janeiro zu den ersten beiden Gruppenspielen gegen die USA und gegen Israel nicht angetreten. Israelische Medien spekulierten über politische Gründe.

Der algerische Verband wies dies aber zurück. Das Team sei wegen erheblicher Probleme bei der Anreise schlicht zu spät in Rio angekommen, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Angeblich habe die Mannschaft am 5. September in Rom einen Flug verpasst und sei danach nicht mehr weitergekommen. "Das hat eine Kettenreaktion ausgelöst", sagte der Sprecher.

Das IPC reagierte auf die Äußerungen verwundert. Man werde untersuchen, "warum es über 4300 Sportler geschafft haben, pünktlich anzureisen und es nur bei den fünf Spielerinnen plus Coach so einen Ärger gegeben hat", hieß es in einem Statement des IPC. Wenn man feststellen sollte, dass dies nichts mit einer Verkettung unglücklicher Umstände zu tun habe, "werden wir die notwendigen Maßnahmen einleiten".

Politische Aktionen sind bei den Paralympics ebenso wie bei Olympia strikt untersagt. So hatte das IPC einem weißrussischen Athleten bereits die Akkreditierung entzogen, nachdem dieser bei der Eröffnungsfeier die russische Flagge geschwenkt hatte. Das IPC hatte Russland wegen Staatsdopings ausgeschlossen.

Die Spiele des algerischen Frauen-Teams gegen die USA und Isreal wurden jeweils mit 0:10 gewertet. Am Montag spielen die Algerierinnen gegen Brasilien.

mru/sid



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