Patrick Day US-Boxer fällt nach K.-o.-Niederlage ins Koma

Patrick Day war beim Kampf gegen Charles Conwell bereits zweimal zu Boden gegangen. In der zehnten Runde schlug er hart mit dem Kopf auf und verlor das Bewusstsein.

Patrick Day (l.) war seinem sechs Jahre jüngeren Gegner Charles Conwell klar unterlegen
Dylan Buell/AFP

Patrick Day (l.) war seinem sechs Jahre jüngeren Gegner Charles Conwell klar unterlegen


Nach der zweiten K.o.-Niederlage seiner Karriere befindet sich US-Profiboxer Patrick Day im Koma. Der 27-Jährige bekam bei seinem Kampf gegen seinen Landsmann Charles Conwell am Samstagabend in Chicago mehrere schwere Kopftreffer ab und brach in der zehnten Runde bewusstlos zusammen. Mit einer Trage wurde er aus dem Ring transportiert und von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

"Dazn" berichtete, dass Day auf der Fahrt in die Klinik einen Schlaganfall erlitten habe und künstlich beatmet werden müsse. Nach Berichten des Streamingdienstes sowie des US-Sportsenders "ESPN" soll eine Not-Operation an Days Gehirn durchgeführt worden sein. Unklar ist, ob Day ins Koma fiel oder von den Ärzten in ein künstliches Koma versetzt wurde.

"Bitte betet für Pat! Komm gesund nach Hause", twitterte Charles Conwell. Der Olympiateilnehmer von Rio 2016 hatte den Kampf dominiert und seinen Gegner bereits in der vierten und achten Runde niedergeschlagen. In der zehnten Runde beendete Ringrichter Celestino Ruiz den Kampf, nachdem Day nach zwei schweren Schlägen Conwells mit dem Kopf hart auf den Boden aufgeschlagen war.

Day ist ein erfahrener Boxer, bei insgesamt 22 Profikämpfen steht er bei 17 Siegen, einem Remis und vier Niederlagen. Conwell hingegen ist sechs Jahre jünger und in seinen bisherigen zehn Profikämpfen unbesiegt. Beide Boxer kämpfen in der Superweltergewichtsklasse.

Im Juli hatte es zwei ähnliche Fälle gegeben: Superleichtgewichtler Maxim Dadaschew aus Russland war nach mehreren Kopftreffern in ein künstliches Koma versetzt worden und vier Tage darauf seinen Verletzungen erlegen. Zwei Tage später starb der Argentinier Hugo Santillan an Herzversagen, nachdem er nach einem Kampf ins Koma gefallen war. Zuvor war er vom deutschen Boxverband mit einer Schutzsperre versehen worden.

mrk/dpa/sid

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Heinrich Peter Maria Radojewski Schäfer von Leverkusen 13.10.2019
1. Dringend die toxische Mixtur durchschauen
Absolut unverständlich für den aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts. Was sich manche zivilisierte Nationen der Welt weiterhin erlauben. Sogenannte Sportarten, die mit der Idee von Sport so wenig zu tun haben wie ein Sportwagen mit einem Handkarren. Die, in abgeschmackter Weise mit den Zutaten der primitiven Instinkte des Homo Sapiens ihr dreckiges Süppchen kochen. Guten Appetit. Auf dass die Konsumenten bald noch rechtzeitig den toxischen Mix durchschauen.
mopsfidel 13.10.2019
2. @hps: Es gehören immer zwei dazu
Die Schuld alleine liegt hier nicht nur bei "dummen" Zuschauer. Gäbe es keine Boxer welche sich bewusst dieser Gefahren aussetzen würden, gäbe es auch keine Boxkämpfe zum anschauen.
heinrich.busch 13.10.2019
3. Es wir bewusst auf dieses" Spektakel" gesetzt
Die Boxer haben dünnere Boxhandschuhe damit die Treffer härter sind. Sie haben keinen Kopfschutz, weil das die Zuschauer "scheisse"finden.Ergo ist das eine logische Konsequenz der primiriven Menschleins.
GustavN 13.10.2019
4. @3
Boxer tragen keinen Kopfschutz, weil der zu deutlich schwereren Kopf/Nackenverletzungen führt.
plusquam.perfekt 13.10.2019
5. @3
je schwerer der Handschuh, desto scherer der Treffer. mit der Dicke hat das nichts zu tun, sondern mit dem Gewicht. kraft gleich masse mal beschleunigung (ohne Gewähr).
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