Peking 2008 Achtes Gold - Phelps bricht alle Rekorde

Nach den ersten beiden Schwimmern lagen sie noch zurück, doch dann kam Michael Phelps: Der 23-Jährige brachte die US-Staffel über 4x100 Meter Lagen in Führung und bereitete so den Weg für seine achte Goldmedaille in Peking. Damit stellte er eine historische Bestleistung auf.


Hamburg - Als Superstar Phelps ins Wasser sprang, hatten die Amerikaner noch deutlichen Rückstand auf die Spitze. Nach den ersten beiden Schwimmern Aaron Peirsol und Brendan Hansen lag die US-Staffel auf Platz drei, noch hinter Japan und Australien. Doch dem Tempo des 23 Jahre alten Phelps waren sie nicht gewachsen. Dieser brachte sein Team in Führung, Schlussschwimmer Jason Lezak musste den Vorsprung nur noch behaupten.

Am Ende siegten die USA mit der neuen Weltrekordzeit von 3:29,34 Minuten. Silber sicherte sich Australien (3:30,04) vor Japan (3:31,18). Für Phelps war es die achte Goldmedaille bei den Spielen von Peking - so viele Siege hat noch nie zuvor ein Athlet bei einer Teilnahme errungen. Bislang hatte er gemeinsam mit seinem Landsmann Mark Spitz, der 1972 in München siebenmal Gold gewann, den Rekord geteilt.

"Ich weiß gar nicht, was ich fühlen soll. So viele Emotionen, so viel Freude", sagte Phelps. "Diese Spiele waren wie eine Achterbahnfahrt, bei der es nur aufwärts ging. Es hat Riesenspaß gemacht", so Phelps weiter. Mit insgesamt 14 Goldmedaillen ist er nun mit großem Vorsprung der erfolgreichste Olympionike der Geschichte.

Der Australier Grant Hackett hat dagegen eine historische Bestleistung knapp verpasst: Der 28-Jährige hätte als erster Schwimmer in der Geschichte Olympias dreimal hintereinander über dieselbe Distanz triumphieren können. Doch nach seinen Goldmedaillen in Sydney 2000 und Athen 2004 musste sich Hackett mit 14:41,53 Minuten über 1500 Meter Freistil diesmal mit Silber begnügen. Gold sicherte sich der Tunesier Oussama Mellouli in 14:40,84. Bronze ging an Ryan Cochrane aus Kanada in 14:42,69 Minuten.

Der Sieg Melloulis hat jedoch einen faden Beigeschmack: Der 24-Jährige wurde 2006 positiv auf Amphetamine getestet und war für 18 Monate gesperrt. Er durfte erst seit Mai dieses Jahres wieder an Wettkämpfen teilnehmen. "Ich habe alles versucht. Ich bin auch zufrieden mit Silber, auch wenn es nicht das ist, was ich wollte", sagte Hackett.

In der Lagenstaffel der Frauen über 4x100 Meter war Australien nicht zu schlagen: Emily Seebohm, Leisel Jones, Jessicah Schipper und Lisbeth Trickett schlugen in 3:52,69 Minuten an und blieben damit drei Sekunden und fünf Hundertstel unter ihrem eigenen Weltrekord von der WM 2007. Platz zwei sicherten sich die USA mit Schlussschwimmerin Dara Torres in 3:53,30 Minuten vor der chinesischen Staffel (3:56,11).

Die 41 Jahre alte Torres hatte nur wenige Minuten vor der Staffel im Rennen über 50 Meter Freistil ebenfalls die Silbermedaille gewonnen. 24 Jahre nach ihrem ersten Olympia-Auftritt in Los Angeles hat sie damit nun zwölf olympische Medaillen auf ihrem Konto.

hut/sid/dpa/reuters

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