Peking 2008 Fußballfrauen gewinnen Bronze

Mit Mühe zur Medaille: Trotz einer erneut wenig überzeugenden Leistung hat sich die Frauen-Nationalmannschaft im olympischen Fußball-Turnier die Bronzemedaille gesichert. Gegner Japan konnte seine Chancen nicht nutzen. Eine Einwechselspielerin sorgte für die Entscheidung.


Hamburg - Die deutschen Fußball-Frauen haben zum dritten Mal nacheinander beim olympischen Turnier die Bronzemedaille gewonnen. Das Weltmeister-Team von Bundestrainerin Silvia Neid besiegte im kleinen Finale im Arbeiterstadion von Peking Japan 2:0 (0:0). Fatmire Bajramaj erzielte in der 69. und 87. Minute beide Tore für die deutsche Mannschaft, die im Halbfinale an Brasilien gescheitert war. Die Südamerikanerinnen bestreiten am Abend das Endspiel gegen Athen-Sieger USA.

"Ich bin überzeugt, dass ihr Bronze holt", hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger die Mannschaft vor dem Spiel auf die schwere Aufgabe eingeschworen. Doch unter den Augen des Verbandsbosses und weiterer 49.285 Fans im Pekinger Arbeiterstadion diktierte zunächst Japan das Geschehen. Die Asiatinnen spielten quirliger und selbstbewusster, Deutschland bei seinen wenigen Gegenstößen zu schlampig.

Deutschland hatte Glück, dass es Mitte der ersten Hälfte nicht in Rückstand geriet, als Japan drei gute Möglichkeiten innerhalb von nur 60 Sekunden vergab: Zweimal rettete Torfrau Nadine Angerer, die trotz einer Bauchmuskelzerrung von Beginn an spielte. Bei der dritten Gelegenheit klärte Melanie Behringer auf der Linie. Von der deutschen Offensivabteilung war nichts zu sehen. Nicht von Sandra Smisek, die wieder für Anja Mittag ran durfte. Und auch nicht von Birgit Prinz in ihrem 19. und letzten Olympia-Spiel.

In Ariane Hingst gab bezeichnenderweise eine Verteidigerin den ersten (harmlosen) deutschen Torschuss ab (30.). Kurz vor der Pause setzte sich Prinz erstmals durch, hinter ihren Kopfball brachte sie jedoch keinen Druck - er landete neben dem Tor.

Neid reagierte auf die durchwachsene Leistung und ließ nach der Pause erstmals Conny Pohlers (für Smisek) ran. Doch die ersten Torchancen hatte wieder Japan, Angerer hielt jeweils sicher. Prinz und Pohlers bekamen indes kaum Bälle aus dem Mittelfeld, wo Renate Lingor in ihrem letzten Länderspiel nicht effektiv genug arbeitete.

Wenn die deutsche Auswahl dann doch mal in Tornähe auftauchte, fehlte lange das Glück. Etwa bei Pohlers' Schuss, der in der Abwehr hängenblieb (57.). Der erste gut herausgespielte Angriff führte elf Minuten später jedoch zum 1:0. Pohlers flankte von rechts, Kerstin Garefrekes köpfte, die japanische Torfrau wehrte viel zu kurz ab - und die eingewechselte Bajramaj vollstreckte mit links aus spitzem Winkel.

Das Tor wirkte befreiend auf die favorisierte deutsche Elf. Endlich klappten Spielzüge, endlich kamen Bälle aus der Zentrale und die Stürmerinnen in Schussposition. Garefrekes hatte in der 78. Minute das 2:0 auf dem Kopf, verfehlte das Tor aber knapp. Wiederum Bajramaj machte den Sieg mit ihrem zweiten Treffer perfekt. Die nun immer selteneren Angriffe der Japanerinnen wurden vom überwiegend chinesischen Publikum von Buhrufen begleitet, die Fans sehnten den siebten deutschen Sieg gegen Japan im siebten Spiel herbei.

fpf/sid/dpa



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