Peking 2008 Turnerin Chusovitina springt zu Silber

Erfolg für Deutschland am Sprung: Oksana Chusovitina hat sich bei ihrer fünften Olympia-Teilnahme auf den zweiten Platz geturnt. 1992 hatte die 33-Jährige bereits Gold für die GUS gewonnen. Die Silbermedaille bedeutet gleichzeitig den ersten deutschen Podiumsplatz seit 20 Jahren.


Hamburg - Oksana Chusovitina hat am Sonntag bei den olympischen Turnwettbewerben in Peking die Silbermedaille beim Sprung gewonnen.

Turnerin Chusovitina: Zu Silber geflogen
AP

Turnerin Chusovitina: Zu Silber geflogen

Die gebürtige Usbekin, die heute in Köln wohnt, musste im Gerätefinale nur der Nordkoreanerin Hong Un Jong den Vortritt lassen, die das zehnte Olympia-Gold in der Geschichte Nordkoreas gewann. Bronze ging an die chinesische Favoritin Cheng Fei, die bei ihrem zweiten Sprung gepatzt hatte.

"Ich habe gedacht, vielleicht reicht es für Bronze", sagte Chusovitina. "Aber heute hat alles geklappt, was ich vorbereitet habe."

Für Chusovitina, die bei den Spielen 1992 in Barcelona Olympiasiegerin mit dem GUS-Team wurde, war es bei der fünften Olympia-Teilnahme die erste Einzelmedaille. Zugleich holte sie das erste Gold für eine deutsche Turnerin seit 1988.

Im Mehrkampf hatte die Sprung-Europameisterin unter 24 Finalistinnen in der vergangenen Woche den neunten Platz belegt. Schon nach diesem Wettkampf hatte sie per Telefon Lob von ihrem Sohn Alisher aus der Heimat bekommen. "Er hat gesagt: 'Mama, das war perfekt.' Jetzt soll ich es nur noch im Sprungfinale gut machen, meinte er. Ich habe ihm das versprochen", hatte Chusovitina erzählt. Dieses Versprechen hat sie nun eingehalten, weswegen sie ihm nun auch ihre Medaille widmete.

Die Leukämie-Krankheit des heute Neunjährigen und die fehlenden Behandlungsmöglichkeiten in Usbekistan waren der Grund, warum Chusovitina nach Deutschland gekommen war und vor zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Ihrem Sohn gehe es inzwischen gut, sagt Chusovitina.

Insgesamt hat Chusovitina zehn WM-Medaillen für vier verschiedene Nationen gewonnen (Sowjetunion, GUS, Usbekistan, Deutschland).

Nach Platz sieben im Mehrkampf und Rang vier mit der Mannschaft war zuvor Fabian Hambüchen auch in der Entscheidung am Boden Vierter geworden. Dem 20-Jährigen fehlten am Ende 0,075 Punkte zur Bronzemedaille, die der Russe Anton Golozuzkow gewann. "Natürlich denkt man kurz an Bronze, aber man wünscht auch keinem Konkurrenten etwas Schlechtes", sagte der deutsche Vorzeige-Turner, der am Dienstag in den Entscheidungen am Barren und Reck nach einer Medaille greifen will. Gold holte sich überlegen der Chinese Zou Kai vor Gervasio Deferr aus Spanien.

fpf/sid/dpa



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