Pferdesport Deutsche Reiter holen Gold

Die deutschen Vielseitigkeits-Reiter haben im Mannschafts-Wettbewerb der Olympischen Spiele Gold gewonnen. Bei der heutigen Springprüfung sicherte sich die deutsche Equipe den Olympiasieg vor Frankreich - der zweite Titel für Deutschland in Athen. Es läuft allerdings ein Protest der Franzosen.


Fehlerfrei zu Gold: Die Deutsche Bettina Hoy auf ihrem irischen Wallach Ringwood Cockatoo.
AP

Fehlerfrei zu Gold: Die Deutsche Bettina Hoy auf ihrem irischen Wallach Ringwood Cockatoo.

Athen - Dass die deutschen Vielseitigkeitsreiter bei den Olympischen Spielen auf dem Treppchen landen würden, hatte sich bereits nach den ersten beiden Prüfungen in der Dressur und im Gelände abgezeichnet. Heute lieferte sich die deutsche Mannschaft um die Schlussreiterin Bettina Hoy ein spannendes Duell mit der französischen Equipe und der Mannschaft aus Großbritannien. Am Ende reichten 133,8 Strafpunkte in der Gesamtwertung: die zweite Goldmedaille für Deutschland bei den Spielen in Athen. Silber ging an Frankreich mit 140,4 Strafpunkten, Dritter wurde Großbritannien (143,0). Nach der Dressur und dem Geländeritt hatte Deutschland noch Platz zwei belegt.

Nur wenige Minuten nach der Entscheidung legte die zweitplatzierte französische Mannschaft Protest gegen die Wertung des Ergebnisses ein. Beim Ritt von Bettina Hoy (Gatcombe/England) mit Ringwood Cockatoo, der die deutsche Mannschaft auf den Goldrang vor Frankreich und Großbritannien brachte, soll die Zeitmessung zu spät eingesetzt haben. "Ein Protest läuft", sagte der Buschreiter-Auschussvoritzende Jens Adolphsen.

Die deutsche Mannschaft startete in folgender Besetzung: Bettina Hoy (Gatcombe/England) auf Ringwood Cockatoo, Ingrid Klimke (Münster) auf Sleep Late, Frank Ostholt (Warendorf) auf Air Jordan, Andreas Dibowski (Hamburg) auf Little Lemon B und Hinrich Romeike (Nübbel) auf Marius.

Nach 1936 in Berlin und 1988 in Seoul konnten die deutschen Vielseitigkeitsreiter damit zum dritten Mal olympisches Gold gewinnen. 1992 in Barcelona hatte es zu Bronze gereicht. Heute Abend steht noch die Einzel-Entscheidung auf dem Programm, in der insbesondere die derzeit auf dem zweiten Platz liegende deutsche Schlussreiterin Bettina Hoy mit erneuten Medaillenchancen an den Start geht. "Das ist der schönste Tag in meinem Leben. Unter so einem Druck bin ich immer am ruhigsten und bringe meine besten Leistungen", sagte die aus dem westfälischen Rheine stammende 41-Jährige mit Freudentränen in den Augen, "alles, was jetzt noch kommt, ist der absolute Bonus."



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