PGA Championships Langers Flirt mit dem vorzeitigen Aus

Für Bernhard Langer waren die 83. PGA Championships in Atlanta schneller beendet, als dem besten deutschen Golfprofi lieb sein konnte.


"I'm a rhinestone cowboy": Shingo Katayama während seiner zweiten Runde bei den PGA Championships
AP

"I'm a rhinestone cowboy": Shingo Katayama während seiner zweiten Runde bei den PGA Championships

Atlanta - Trotz einer guten Auftaktrunde ist Bernhard Langer bei den 83. PGA Championships am Cut gescheitert. Deutschlands bester Golf-Profi spielte am zweiten Tag bei brütender Hitze auf dem Par-70-Kurs in der Nähe von Atlanta eine 73er Runde und verpasste die Qualifikation für die beiden Schlussrunden des letzten Major-Turniers des Jahres um einen Schlag. Titelverteidiger Tiger Woods entging dem vorzeitigen Aus nur knapp. Mit neun Schläger Rückstand auf die Führenden Shingo Katayama (Japan) und David Toms (USA) hat der Weltranglisten-Erste nur noch eine geringe Siegchance.

Doppelbogey am Par drei


Ein Doppelbogey am 4. Loch ruinierte Langers gute Ausgangsposition. Der 43-Jährige kämpfte sich jedoch wieder heran und lag nach der 13 mit 1-unter-Par erneut gut im Rennen. Es folgten drei Bogeys auf der 14, 16 und 17 und damit das Ende aller Hoffnungen. Nach 36 Löchern hatte Langer mit 142 Schlägen einen zuviel auf seinem Konto. Der zweifache Masterssieger belegte Platz 77 und setzte damit die Serie seiner Misserfolge bei den PGA Championchips fort. Bei diesem Turnier ist er bei 15 Teilnahmen nie über den 21. Platz hinausgekommen.

Zwei Wochen nach seinem Sieg bei der Dutch Open musste Bernhard Langer einen Rückschlag hinnehmen. "Es war einer dieser Tage, an denen einem wenig gelingt", sagte der 26. der Weltrangliste. Wie am Vortag büßte Langer mit einem Doppel-Bogey an einem Par-3-Loch alle Chancen ein. "Zwei kurze Konzentrationsschwächen haben mich vier Schläge zurückgeworfen, das lässt sich in einem Weltklassefeld wie diesem kaum noch aufholen", sagte Langer. Drei Bogeys am 14, 16. und 17. Loch besiegelten am Freitag sein Schicksal. "Diese Bogey-Serie kam zum unglücklichsten Zeitpunkt. Schon am 16. Loch wusste ich, dass ich mit dem vorzeitigen Aus flirte. Danach habe ich zu verkrampft gespielt und konnte die Runde nicht mehr retten", so Langer, der schließlich auf dem 77. Platz landete.

Konzentration auf die Ryder-Cup-Teilnahme


Da war die Welt noch in Ordnung: Bernhard Langer während der ersten Runde in Atlanta
DPA

Da war die Welt noch in Ordnung: Bernhard Langer während der ersten Runde in Atlanta

Dennoch sieht der 43-Jährige einer möglichen Teilnahme am Ryder Cup optimistisch entgegen. Bei den Turnieren in Akron (Ohio) sowie den International Open in München (30.8.-2.9.) will der derzeit auf Platz neun der Wertungsliste rangierende Schwabe die nötigen Punkte holen und vom 28. bis 30. September in Birmingham für Europa aufspielen. "Als ich das letzte Mal nicht nominiert wurde, war das eine große Enttäuschung. Das will ich mir dieses Jahr ersparen."

Woods kämpfte, Katayama jubelte


Mehr Glück als Langer hatte Tiger Woods, der sich förmlich ins Finale zitterte. Der Topfavorit feierte seine 67-er-Runde fast wie einen Titelgewinn und richtete trotz seines großen Rückstandes eine Kampfansage an den Rest des Feldes: "An einem guten Tag kann ich fast jeden Rückstand aufholen. Ich hoffe nach wie vor, dass ich am Sonntag ganz vorn mit dabei bin."

Spitzenreiter Katayama konnte derweil sein Glück kaum fassen. Der 28-Jährige, der bisher mehr durch einen überdimensionalen weißen Cowboyhut als durch sein Golfspiel aufgefallen war, hatte nach seinem Siegeszug nur einen Wunsch: "Jemand soll mir ein Foto vom Leaderboard machen. Wer weiß, wann ich nochmal dort oben stehe."



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