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Tod von Segel-Olympiasieger Polizei ermittelt nach Simpson-Unglück

Die Polizei von San Francisco hat nach dem tödlichen Segelunfall von Olympiasieger Andrew Simpson die Ermittlungen aufgenommen. Der Katamaran von Simpsons Artemis-Team war beim Training in der Bucht von San Francisco aus bisher ungeklärter Ursache gekentert und zerbrochen.

Hamburg - Ebenso wie die Organisatoren des America's Cup untersucht auch die Polizei von San Francisco in Zusamenarbeit mit der Küstenwache den Katamaran-Unfall, bei dem Segel-Olympiasieger Andrew Simpson am Donnerstag ums Leben gekommen ist. Die Ermittlungen seien aufgenommen worden, um kriminelle Absichten oder Fahrlässigkeit auszuschließen. Das teilte die Küstenwache mit.

Der Regatta-Direktor des America's Cup, Iain Murray, verkündete derweil, dass die Crew von Titelverteidiger Oracle infolge des Unglücks bis Montag mit ihren Trainingsfahrten auf ihren beiden AC72-Katamaranen aussetzen wird. Das Team Oracle war bereits im vergangenen Herbst gekentert, damals kamen alle Beteiligten glimpflich davon.

Die schwer zu beherrschenden Riesenkatamarane wurden extra für den America's Cup entwickelt und können Geschwindigkeiten von über 75 Kilometer pro Stunde erreichen. "Diese Boote sind gefährlich und schwer zu segeln. Sie verschieben die Grenzen unseres Sports", sagte Luca Devoti im Gespräch mit Sky News. Der Italiener hatte bei den Sommerspielen 2000 in Sydney Silber in der Finnklasse geholt.

Der AC72-Katamaran von Simpsons schwedischem Artemis-Team war bei einer Trainingsfahrt in der Bucht von San Francisco aus bisher ungeklärter Ursache mit der Nase nach vorn gekentert und zerbrochen. Ein technischer Defekt kann nach wie vor nicht ausgeschlossen werden. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte nach offiziellen Angaben ruhige See.

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America's Cup: Olympiasieger stirbt bei Segelunfall

Foto: JED JACOBSOHN/ REUTERS

Simpson, der zusammen mit Artemis-Teamdirektor Iain Percy 2008 in Peking Gold und 2012 in London Silber in der Star-Klasse gewonnen hatte, war nach dem Kentern rund zehn Minuten unter dem etwa 22 Meter langen Boot eingeklemmt gewesen. Nach seiner Befreiung wurde an Land der Tod des 36-jährigen Briten festgestellt. Simpsons neuseeländischer Teamkollege Craig Monk, 1992 in Barcelona Olympiadritter in der Finnklasse, erlitt leichte Verletzungen.

Simpson trainierte mit seiner Crew in der Bucht von San Francisco für den Louis Vuitton Cup, bei dem zwischen Juli und September ermittelt wird, wer gegen Titelträger Oracle-Team um den America's Cup antreten darf.

Deutschland zieht sich vom Youth America's Cup zurück

Das Sailing Team Germany (STG) und der Norddeutsche Regatta Verein (NRV) haben derweil Konsequenzen aus dem Unglück gezogen. Das "STG/NRV Youth Team", das sich für den "Red Bull Youth America's Cup" in San Francisco qualifiziert hatte, wird im September nicht an den Start gehen. Die Gesundheit der jungen Segler soll nicht gefährdet werden, teilte das Sailing Team Germany in einer Pressemitteilung mit.

"Der tragische Unfall ist für uns Anlass, unsere Teilnahme am Youth America's Cup vollkommen neu zu bewerten. Wenn es bei den weltbesten Seglern zu einer derartigen Tragödie kommt, möchten wir das Risiko frühzeitig ausschließen, die Gesundheit und olympischen Ambitionen unserer Sportler zu gefährden. Ich kenne Andrew gut aus alten Laserzeiten und bin erschüttert über seinen Tod", erklärt Klaus Lahme, NRV Sportdirektor, den einstimmigen Entschluss vom STG und NRV.

mib/sid