Posse Radprofi Hondo wieder gesperrt

Einen Fall wie von Danilo Hondo hat es im Radsport noch nie gegeben. Erst war der Sprinter wegen Dopings gesperrt, dann wurde er freigesprochen – und nun beginnt alles wieder von vorne. Was diese Entscheidung für Hondos aktuellen Einsatz bei der Bayern-Rundfahrt bedeutet, ist unklar.


Lausanne - Hondo ist laut einer Mitteilung der Welt-Antidoping-Agentur Wada ab sofort wieder gesperrt. Der Oberste Schiedsgerichtshof des Schweizer Kantons Waadt habe in Lausanne die gegen Hondo am 17. März vorläufig aufgehobene Zweijahressperre am 16. Mai wieder in Kraft gesetzt, meldete die Wada auf ihrer Website.

Radprofi Hondo (bei der Friedensfahrt): "Ich bin völlig fertig"
AP

Radprofi Hondo (bei der Friedensfahrt): "Ich bin völlig fertig"

Trotzdem darf der 32-Jährige, der in der Schweiz lebt, vorerst weiter für sein drittklassiges Lamonta-Team bei der Bayern-Rundfahrt (24. bis 28. Mai) antreten. Die erste Etappe dieser Rundfahrt gewann Erik Zabel vom Milram-Team. "Wir haben noch nichts vom Weltverband UCI gehört, der allein maßgebend ist", sagte Ewald Strohmeier, Organisationschef der Rundfahrt. Hondo kam auf dem ersten Teilstück von Gunzenhausen nach Starnberg (203 Kilometer) nur auf Rang 13 und war danach zu keiner Stellungnahme bereit. Er sagte nur: "Lasst mich in Ruhe, ich bin völlig fertig."

Auch Hondos Anwalt Michael Lehner wollte die neue Entwicklung nicht kommentieren: "Es ist noch völlig unklar, ob die Entscheidung schon Rechtskraft hat." Der Topsprinter war Anfang März 2005 bei der Murcia-Rundfahrt zweimal positiv getestet, danach von seinem Team Gerolsteiner entlassen und vom Schweizer Verband für ein Jahr gesperrt worden. Auf Antrag von Wada und Weltverband UCI erhöhte das Oberste Sportschiedsgericht Cas die Sperre Anfang 2006 auf zwei Jahre bis zum 31. März 2007.

Dagegen legte Hondo beim Kantonsgericht Einspruch ein, der zuerst Erfolg hatte. Die Sperre wurde bis zur im Herbst erwarteten endgültigen Entscheidung ausgesetzt, ehe nun nach erneutem Wada-Antrag die Aufhebung rückgängig gemacht wurde. Ob es nun überhaupt noch zur Hauptverhandlung kommt, ließ sein Anwalt Lehner gegenüber dem sid offen.

Hondo, der vor seiner Sperre bei Gerolsteiner fuhr und im April bei Lamonta unterschrieb, hatte danach mit Platz drei am Henninger Turm sowie zwei Etappensiegen bei der Friedensfahrt ein sportlich überzeugendes kurzes Comeback gefeiert.

sge/sid

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