Pressestimmen zu den Olympischen Spielen "Die atomaren Gespenster wurden verscheucht"

"Tränen der Freude und der Trauer": Den Sieg Tokios über die Mitbewerber Istanbul und Madrid werten viele Zeitungen als Triumph über die Atomkatastrophe von Fukushima. In Madrid werden dagegen die "Blutbeutel des spanischen Dopingskandals" für die Niederlage verantwortlich gemacht.
Freude in Japan: Tokio richtet 2020 die Sommerspiele aus

Freude in Japan: Tokio richtet 2020 die Sommerspiele aus

Foto: Franck Robichon/ dpa

Pressestimmen zur Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2020 nach Tokio:

SPANIEN:

El País: "Die Politik, das Geld und die Blutbeutel des spanischen Dopingskandals entscheiden den Kampf um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2020."

El Mundo: "Die Niederlage der Madrider Kandidatur zeigt, dass Spanien in der Welt an Einfluss verloren hat."

ABC: "Tokio macht den Olympia-Träumen in Madrid und Istanbul ein Ende."

Marca: "Das IOC lehnt das Madrider Prinzip der Sparsamkeit ab und votiert für die Verschwendung von Investorengeldern."

AS: "Madrid hat Verstand, das IOC nicht."

JAPAN

Kyodo: "Tokio ist die erste asiatische Stadt in der Geschichte der Spiele, die Olympia zum zweiten Mal ausrichten darf. Arrigato - danke!"

Jiji: "Tokio gewann mit seiner perfekten Infrastruktur, dem ausgebauten Transportnetz, der Sicherheit auf seinen Straßen und seiner soliden finanziellen Situation."

Nikkei: "Die Spiele werden einen enormen Einfluss auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung unseres Landes haben. Und sie werden den Sport in Nippon beflügeln."

TÜRKEI

Hürriyet: "Noch nicht!"

Fanatik: "Wieder nicht! Wir haben es gewollt, wir haben daran geglaubt, wir haben hart dafür gearbeitet, aber wir haben es wieder nicht geschafft. Aber das ist nicht das Ende der Welt."

Türkiye: "Wir haben Olympia verloren, wir nehmen die Fußball-Europameisterschaft ins Visier. Der Türkische Verband wird sich für das Paket mit dem Finale der EURO 2020 bewerben."

Sabah: "Die türkischen Hoffnungen zerschlugen sich, als Tokio als Gastgeber der Olympischen Spiele 2020 genannt wurde."

ITALIEN:

Gazzetta dello Sport: "Die Spiele 2020 in Tokio! Als erstes flog überraschend die spanische Hauptstadt raus. Rom hofft nun auf 2024."

La Stampa: "Ein kompaktes, innovatives Konzept im Zeichen technischer Effizienz, das ist die Karte, mit der Japan gewonnen hat. Verscheucht wurden damit die atomaren Gespenster."

Corriere della Sera: "Nach 1964 also die Rückkehr der Spiele in das Land der aufgehenden Sonne. Madrid zum dritten Mal draußen. Der türkische Premier Erdogan sichtlich enttäuscht."

SCHWEIZ:

NZZ am Sonntag: "Die Japaner offerierten dem IOC grüne Spiele und politische Stabilität. Auch die Organisation dürfte in Japan kein Problem werden."

ÖSTERREICH:

Krone.at: "Im 18.400 Kilometer entfernten Tokio schien die positive Nachricht um 5.20 Uhr Ortszeit am Sonntagmorgen wie ein Mutmacher für die krisenerprobten Bürger zu wirken. Im Vergnügungsviertel Shibuya skandierten Tausende "Nippon! Nippon!"."

TSCHECHIEN:

MF Dnes: "Das Komitee hat am meisten die wirtschaftliche Sicherheit des Landes der aufgehenden Sonne beeindruckt. Selbst Nachrichten über die andauernden Folgen der Katastrophe von Fukushima haben es nicht von seiner Entscheidung abgebracht."

POLEN:

TVN24.pl: "Das Komitee hat die am wenigsten spannende Wahl getroffen. Nur 67 Prozent der Japaner haben sich für die Austragung der Spiele ausgesprochen. Das ist der schlechteste Umfragewert unter allen Bewerberstädten."

SLOWAKEI:

Pravda: "Tränen der Freude und der Trauer - Tokio trägt die Olympischen Sommerspiele 2020 aus."

joe/dpa
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