Pressestimmen zum Fall Armstrong "Game Over"

"Niemand glaubt deine Hexenjagd-Lügen mehr": Die internationale Presse geht nach der Veröffentlichung des Usada-Berichts zum Fall Lance Armstrong hart mit dem ehemaligen Radprofi ins Gericht.

Ehemaliger Radprofi Armstrong: "Weltrekord-Doper"
AFP

Ehemaliger Radprofi Armstrong: "Weltrekord-Doper"


USA

New York Times: "Die Zeugenaussagen zeichnen ein gespenstisches und komplettes Bild über Doping in den Teams von Armstrong."

Los Angeles Times: "Niemand glaubt deine Hexenjagd-Lügen mehr, Lance."

New York Daily News: "Weltrekord-Doper"

USA Today: "Wo lügt die Wahrheit über Lance Armstrong?"

SPANIEN

El Mundo: "Was man mit Armstrong macht, verdient die Bezeichnung Vendetta im kalabrischen Stil. Dieses pathetische Spektakel lässt sich gut verkaufen."

El País: "Alles dreht sich um eine Frage: Die scheinbar unbegreifliche Weigerung des texanischen Radfahrers, sich gegen die Dopingvorwürfe der Usada zu verteidigen."

ABC: "Der haarsträubende Usada-Bericht über die Dopingpraktiken Armstrongs offenbart eine totale Verachtung für die Gesundheit der Sportler."

La Razón: "Armstrong ist mit seinem ganzen Team gestürzt."

FRANKREICH

L'Équipe: "Game over."

Le Nouvel Observateur: "Die US-Anti-Doping-Agentur bläst zum Gegenangriff. Der Ende September noch ungeduldige UCI muss sich nun seiner Verantwortung stellen. Der Coup der Usada ist gelungen."

Le Figaro: "Elf frühere Fahrer des Teams US Postal haben vor der US-Anti-Doping-Agentur unter Eid gegen Lance Armstrong ausgesagt. Mehr denn je zieht sich die Schlinge um den früheren 'Boss' des internationalen Radsports zu."

ITALIEN

La Gazzetta dello Sport: "Die Usada nagelt Armstrong fest. Löscht diese Schande aus - jetzt oder nie! Nach dem größten Dopingfall der Geschichte und der sportlichen Zerstörung des Helden der Helden, muss man erst mal tief durchatmen."

Corriere dello Sport: "Das Material zeigt das gesamte kriminelle Ausmaß der Dopingaktivitäten bei dem amerikanischen Rennstall."

Corriere della Sera: "Der größte Dopingskandal der Geschichte."

ENGLAND

The Times: "In einigen Köpfen wird der professionelle Radsport immer bluten, und gestern gab es in der Tat ein Blutbad. Reputationen wurden in Stücke geschnitten."

Daily Mail: "Entblößt. Armstrong dachte, er sei unantastbar. Heute wurde er als Einschüchterer, Lügner und Seriendoper überführt. Der Lance-Armstrong-Mythos wurde in Stücke gehauen."

Daily Mirror: "Das größte Doping im Sport. Die sieben gelben Trikots des Tour-de-France-Aussätzigen Lance Armstrong wurden durch einen verdammenden 1000-Seiten-Bericht in Fetzen gerissen."

Zusammengestellt von der dpa



insgesamt 17 Beiträge
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noalk 11.10.2012
1. Vielleicht könnte Armstrongs Dopingfall ...
... ja etwas Gutes hervorbringen: Ein neues Konzept für eine Krebs-Reha oder sogar Therapie?
Stelzi 11.10.2012
2. Ironie ist zuweilen ironisch
Das ausgerechnet spanische Blätter sich überhaupt - und noch dazu mit diesen Worten - zu diesem Fall äussern, ist doch sehr ironisch. Das ganze spanische sport-, justiz- und politische System ist von oben bis unten in Doping verstrickt. Da sollte man sich nicht nur mit süffisanten Kommentaren zurückhalten. Ausgerechnet der eine Kommentar, der etwas Sympathie mit Armstrong vermuten lässt, scheint noch der ehrlichste zu sein - aber auch der erschreckendste.
Gungosh 11.10.2012
3.
Zitat von sysopAFP"Niemand glaubt deine Hexenjagd-Lügen mehr": Die internationale Presse geht nach der Veröffentlichung des Usada-Berichts zum Fall Lance Armstrong hart mit dem ehemaligen Radprofi ins Gericht. http://www.spiegel.de/sport/sonst/pressestimmen-zum-fall-armstrong-game-over-a-860799.html
Aus gegebenem Anlass hier für Interessierte ein Originalinterview aus 2006, als Selbstverteidigung noch angebracht schien :-) https://www.youtube.com/watch?v=thyFmxusB9E
chemnitz 11.10.2012
4. ich denke
solange finanziell kein schaden für Armstrong entsteht, lacht der sich kaputt. Die Aberkennung von Titeln, die dann andere Doper bekommen und eine lebenslange Sperre ist einfach zu wenig.
klausdererste 11.10.2012
5. Hexenjagd
Armstrong hat absolut Recht. Das alles ist eine Hexenjagd. Armstrong war der Beste unter den Dopern. Das wird Ulrich bestätigen. Er hat alle seine Medallien verdient. ALLE - Verbände, Medien, Sponsoren, Zuschauer haben es gewusst... ...Sie/Wir wissen auch heute, dass ALLE dopen -- muessen -- um zu gewinnen bzw. mithalten zu können. Kein Leistungsportler der in die Spitze will, kommt ohne Doping klar. Wer was gegen Doping hat, muss den heutigen Leistungssport abschaffen bzw. boykotieren und nicht die Sportler an den Pranger stellen. Die Sportler sind nur die Spitze des Eisbergs - die armen Schweine an der Front - moderne Gladiatoren. Das grosse Geld verdienen andere. Nur weil ALLE dopen und es auch alle wissen - können die Sportler ihre Siege - errungen durch vermeintlichen (Selbst-)betrug - überhaupt geniessen. Lassen wir ihnen den Genuss solange das System so ist, wie es ist. Auch mit Doping erbringen die Sportler Höchstleistungen. In diesem Sinne.
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