Prozess Springstein soll Gendoping praktiziert haben

Thomas Springstein muss sich weiterhin schweren Vorwürfen aussetzen. Der vor dem Amtsgericht Magdeburg angeklagte Leichtathletik-Trainer steht nach einem Zeitungsbericht im Verdacht des Gendopings.


Magdeburg - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, hat der 47-Jährige in einer E-Mail die Substanz Repoxygen erwähnt. Repoxygen ist ein nicht nachweisbares Mittel zur gentechnischen Leistungssteigerung. Die E-Mails von Springstein, der sich wegen Minderjährigen-Dopings verantworten muss, waren bei einer Razzia in seinem Haus gefunden worden. "Das neue Repoxygen ist schwer erhältlich. Bitte gib mir bald neue Instruktionen, so dass ich die Produkte vor Weihnachten bestellen kann", heißt es in einer dieser beschlagnahmten Schriftstücke von Springstein.

Die Substanz, die als Medikament nicht zugelassen ist, verankert das EPO-Gen in Muskelzellen. Damit löst es die Produktion von Erythropoetin (EPO) und dann im Knochenmark die Bildung von roten Blutkörperchen aus. Dies führt zu einer Erhöhung der Ausdauerleistung eines Sportlers.

"Es geht ganz konkret um transgenes Doping", sagte der Doping-Experten Werner Franke. "Das ist nicht nur Doping, das ist kriminell. Hier geht es um Absprache zur Körperverletzung", so Franke nach Ansicht der Mails, "das ist schlimmer als in der DDR". Bei der Hausdurchsuchung bei Springstein im September 2004 fand die Polizei 20 Wirksubstanzen, die der ehemalige Coach und Bodybuilder für den Eigenbedarf angeschafft haben will.



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