Rad-Weltcup in Hamburg Ullrich knapp geschlagen

Eine Woche nach der Tour de France ist Jan Ullrich bei seinem Weltcup-Auftritt in Hamburg von den Zuschauern frenetisch gefeiert worden. Den Sieg hat der Tour-Zweite allerdings knapp verpasst. Zwei Fahrer waren im Schlussspurt schneller als der Bianchi-Kapitän.


 Packender Schlussspurt: Paolo Bettini siegt vor Davide Rebellin (l.) und Jan Ullrich (r.)
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Packender Schlussspurt: Paolo Bettini siegt vor Davide Rebellin (l.) und Jan Ullrich (r.)

Hamburg - "Das war hier fantastisch heute, ich hatte ein Gänsehaut-Gefühl", sagte ein zufriedener Jan Ullrich nach 253 Kilometern und 5:58:20 Stunden. Eine Woche nach der Tour de France hat er sich beim Hamburger Weltcuprennen in Topform präsentiert und den dritten Platz erkämpft. Im Spurt einer fünfköpfigen Ausreißergruppe gewann der Italiener Paolo Bettini vor Davide Rebellin. Erik Zabel (Unna) gewann den Sprint des Hauptfeldes und wurde Sechster.

Rund eine Million Menschen feuerten den 29-jährigen Ullrich bei brütender Hitze an. "Man fährt hier einfach am Anschlag, die Begeisterung trägt einen", sagte der Wahl-Schweizer nach seinem Kraftakt. 50.000 Menschen kamen am Morgen auf die Einkaufsmeile Mönckebergstraße zur Abfahrt der 185 Profis. "Die gute Stimmung hier spornt unheimlich an. Jan hat gut attackiert, meinen Respekt", sagte Zabel, für den es wie bei der Tour wieder nicht für einen Erfolg reichte.

Das erste wichtige Rennen nach der Tour de France begann, als hätte ein großer Teil der Fahrer nicht schon die "Große Schleife" in den Beinen. Der Franzose Stephane Auge (Crédit Agricole) setzte sich bereits nach fünf Kilometern vom Hauptfeld ab. Roberto Lochowski (Leipzig) vom Team Wiesenhof, der schon im Vorjahr einen Absetzversuch gewagt hatte, hängte sich an Auge. Die beiden Ausreißer vergrößerten zwischenzeitlich den Vorsprung auf 16 Minuten, konnten aber nach 188 Kilometern wieder eingeholt werden. Kurz danach stiegen Jörg Jaksche (Ansbach) und der Australier Baden Cooke, Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour, aus dem Rennen aus.

 Wurde in Hamburg gefeiert und freute sich über Rang drei: Jan Ullrich
DPA

Wurde in Hamburg gefeiert und freute sich über Rang drei: Jan Ullrich

Der Waseberg mit seinen 16 Prozent Steigung, die Schlüsselstelle des Rennens, sprengte das Feld zum Ende des Rennens: Ullrich und Bettini führten eine Spitzengruppe an und konnten nicht wieder eingeholt werden. "Jetzt bin ich ganz schön kaputt und könnte einen Urlaub gebrauchen. Dazu bin ich auch noch erkältet", sagte Ullrich.

Mit Fähnchen und überschwänglichem Applaus wurde Ullrich gefeiert. Er fuhr als Amateur von 1991 bis 1995 für die RG Hamburg und traf viele alte Freunde wieder. Motiviert von dem Tour-Zweiten radelten noch 13.500 Jedermannfahrer 55, 120 oder 170 Kilometer lange Strecken vor den Profis. "Danke Jan" war überall auf den Asphalt geschrieben.

Eine erfolgreiche Woche mit zwei Erfolgen in Hannover und im niederländischen Stiphout krönte der Olympiasieger mit dem umjubelten dritten Platz an der Elbe. In der kommenden Woche will er in Dortmund bei einem Kriterium und am Samstag in Bochum bei einem Straßenrennen starten. "Ob ich die Vuelta fahre, weiß ich noch nicht, ich muss sehen wie meine Form ist", sagte Ullrich.

Zu Gerüchten über eine Rückkehr ins Team Telekom äußerte sich der Bianchi-Profi zurückhaltend. "Mein Ziel ist es, gute Sponsoren zu finden, damit es mit Bianchi weiter geht. Es gibt viele Anfragen von Fahrern, die mich unterstützen wollen. Aber das Potenzial eines Teams hängt vom Budget ab", so Ullrich.



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