Radsport Australier Rogers vorläufig gesperrt

Wollte Michael Rogers betrügen - oder hat er nur etwas Falsches gegessen? Der Australier, der dreimal die Weltmeisterschaft im Zeitfahren gewinnen konnte und Edelhelfer von Alberto Contador war, wurde im Rahmen seines einzigen Saisonsiegs positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet.

Rogers bei den Olympischen Spielen 2012: Positiv auf Clenbuterol getestet
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Rogers bei den Olympischen Spielen 2012: Positiv auf Clenbuterol getestet


Hamburg - Dem Radsport droht ein neuer prominenter Dopingfall: Am Mittwoch wurde der Australier Michael Rogers vom Weltverband UCI aufgrund eines auffälligen Urintests vorläufig gesperrt. Bei Rogers wurden Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol gefunden. Die Kontrolle war am 20. Oktober beim Japan Cup durchgeführt worden, bei dem Rogers seinen einzigen Saisonsieg gefeiert hatte. Der Saxo-Profi kann die Öffnung der B-Probe beantragen.

Nach Angaben seines Rennstalls fürchtet Rogers, in China mit Clenbuterol belastete Nahrung zu sich genommen zu haben. In der Woche vor seinem Start beim Japan Cup hatte Rogers an der Peking-Rundfahrt teilgenommen. Profisportler sind besonders bei Reisen nach Fernost dazu angehalten, auf die Herkunft ihrer Nahrung zu achten. Eine belastete Mahlzeit soll 2010 die Ursache für einen positiven Clenbuterol-Befund bei Deutschlands Tischtennis-Star Dimitrij Ovtcharov gewesen sein.

Der dreimalige Zeitfahrweltmeister Rogers ist einer der wichtigsten Fahrer im dänischen Saxo-Team. Bei der Tour de France 2013 war Rogers Edelhelfer seines spanischen Kapitäns Alberto Contador, dem wegen Clenbuterol-Missbrauch unter anderem der Tour-Titel 2010 aberkannt worden war.

Der australische Radsportverband hat bereits angekündigt, Rogers bei einer Bestätigung des Dopingverdachts mit der maximalen Zwei-Jahres-Sperre zu belegen. "Wir respektieren sein Recht, sich zu verteidigen. Ist er aber schuldig, werden wir die maximalen Sanktionen anwenden. Viel zu lange ist dieser großartige Sport schon von Betrügern enttäuscht worden", sagte Adrian Anderson als Interims-Chef von Cycling Australia am Donnerstag.

luk/sid/dpa



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