Bradley Wiggins und die Tour "Nicht noch einmal solche Entbehrungen"

Durch seinen Sieg bei der Tour de France 2012 wurde er zum britischen Nationalhelden. Es galt als sicher, dass Bradley Wiggins noch weitere Siege bei der Frankreich-Rundfahrt feiern würde. Nur: Der Radprofi selbst hat offenbar gar keine Lust darauf.

Toursieger Wiggins (2012): "Andere Dinge, die ich gerne versuchen wollte"
AFP

Toursieger Wiggins (2012): "Andere Dinge, die ich gerne versuchen wollte"


Hamburg - Bradley Wiggins wird unter Umständen keinen Angriff mehr auf einen weiteren Tour-de-France-Titel wagen. Der Vorjahressieger, der wegen einer Knieverletzung auf die in einer Woche startende 100. Frankreich-Rundfahrt (29. Juni bis 21. Juli) verzichten muss, will sich zukünftig andere Ziele stecken. "Es ging mir immer darum, die Tour zu gewinnen. Das habe ich geschafft. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass ich noch einmal zu solchen Entbehrungen bereit bin", sagte Wiggins dem britischen "Guardian".

Der 34-Jährige vom Team Sky werde nur noch Vorhaben in Angriff nehmen, für die er sich wirklich aufopfern wolle. "Ich bin unglaublich glücklich mit dem, was ich erreicht habe. Es hat immer andere Ziele gegeben und andere Dinge, die ich gerne versuchen wollte", sagte Wiggins, der angab, seine Verletzung inzwischen im Griff zu haben. Zuletzt hatte er auf Mallorca trainiert.

Bei seiner Absage Ende Mai habe auch die Stärke seines Teamkollegen Christopher Froome eine Rolle gespielt, sagte der Zeitfahr-Olympiasieger von London. "Chris hat sich richtig gesteigert und er macht den Eindruck, als wenn er das Niveau einige Jahre halten und vielleicht einige Tours gewinnen kann." Die Führungsrolle Froomes habe sich auf natürliche Weise durch die Leistungen der beiden in dieser Saison ergeben. "Ich kann damit leben", sagte Wiggins, der auch mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. Froome gilt als Top-Favorit bei der diesjährigen Tour.

Ins Renngeschehen zurückkehren will Wiggins bei der Polen-Rundfahrt (27. Juli bis 3. August). Danach plant er die Teilnahme an der Großbritannien-Rundfahrt und einen Angriff auf den Zeitfahr-WM-Titel im September in Florenz. Dort könnte es dann zum Duell mit dem deutschen Weltmeister Tony Martin (Quick Step) kommen. "Die WM war immer ein Ziel und wenn die Verletzung etwas Gutes hat, dann, dass sie mir mehr Zeit gibt, mich darauf zu konzentrieren", sagte Wiggins.

goe/sid



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