Radsport Contador fährt Tour, Zajicek nie mehr

Der unter Dopingverdacht stehende Radprofi Alberto Contador wird an der diesjährigen Tour de France teilnehmen. Er wolle unbedingt seinen Titel verteidigen, sagte dessen Sprecher. Der US-Fahrer Philip Zajicek wurde wegen Dopingvergehens lebenslang gesperrt.
Radprofi Contador (r.) und kritischer Fan: Umstrittener Tour-Sieger

Radprofi Contador (r.) und kritischer Fan: Umstrittener Tour-Sieger

Foto: LUCA BETTINI/ AFP

Hamburg - Wie Contadors Sprecher Jacinto Vidarte am Samstag bestätigte, werde der spanische Radprofi bei der Tour de France starten. Das bedeutendste Radrennen der Welt wird vom 2. bis 24. Juli ausgetragen. Contador ist Titelverteidiger, der 28-Jährige hatte die Tour bereits 2007 und 2009 gewonnen.

Zuletzt hatte der Giro-d'Italia-Sieger offen gelassen, ob er bei der Tour de France starten wolle. Auch eine Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt wäre denkbar, sagte Contador im Mai. Die Vuelta ist für den Zeitraum 20. August bis 11. September angesetzt.

Dann könnte Contador jedoch bereits gesperrt sein. Der Internationale Sportgerichtshof Cas wird sich vom 1. bis 3. August mit den Einsprüchen gegen den Freispruch Contadors durch den spanischen Verband beschäftigen. Contador war während der Tour im vergangenen Jahr positiv auf Clenbuterol getestet worden. Der Stoff fördert den Muskelaufbau.

Contador bestreitet Doping und führt den positiven Test auf den Verzehr eines mit Clenbuterol verunreinigten Steaks zurück. Das Mittel wird auch verbotenerweise in der Tiermast eingesetzt. Die drohende Sperre könnte einer der Gründe sein, warum der Saxo-Bank-Fahrer bei der Tour startet und nicht in seinem Heimatland.

Der deutsche Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov war im September 2010 wie Contador positiv auf Clenbuterol getestet und gesperrt worden. Er wurde jedoch im Februar diesen Jahres durch den deutschen Verband (DTTB) freigesprochen. Es konnte bewiesen werden, dass Ovtcharov Clenbuterol durch kontaminierte Nahrung in China aufgenommen hatte. Die Wada akzeptierte die Entscheidung des DTTB und verzichtete auf weitere sportrechtliche Schritte.

Bei Contador verhielt sich die Wada anders. Diese zog wie auch der Radsportweltverband (UCI) wegen des Freispruchs in Spanien vor den Cas und legte Einspruch ein. Ursprünglich hätte vom 6. bis 8. Juni in Lausanne verhandelt werden sollen. Der Cas wollte den Parteien wegen der hohen Bedeutung des Verfahrens mehr Zeit zur Vorbereitung geben.

Wada-Generaldirektor David Howman hatte Contador unlängst aufgefordert, auf einen Start bei der Tour de France zu verzichten. "Rechtlich gesehen darf er starten. Es liegt an ihm. Ich würde ihm aber nicht raten, es zu tun", so Howman in der spanischen Sporttageszeitung "As".

Tour-Direktor Christian Prudhomme hatte angekündigt, Contador in Frankreich fahren zu lassen. "Ja, er kann bei der Tour starten. Wir wollen eine schnelle Lösung, aber das war wohl zu viel verlangt."

Während Contador noch auf sein Urteil wartet, ist im Fall Philip Zajicek die Entscheidung schon gefallen. Der 32-Jährige wurde von der Anti-Doping-Agentur der USA (Usada) lebenslang gesperrt.

Zajicek hatte gestanden, Dopingmittel erworben und bei einer offiziellen Anhörung gelogen zu haben. Der Radprofi, der zuletzt für ein drittklassiges australisches Team gefahren war, wurde zudem verurteilt, weil er andere Fahrer zu Falschaussagen animiert hatte.

ach/Reuters
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