Radsport Jaksche unterstellt Riis organisiertes Doping

Beim Radrennstall CSC wurde organisiert gedopt - das glaubt zumindest der ehemalige Fahrer Jörg Jaksche. Demnach habe der frühere Teamchef Bjarne Riis seine Athleten zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes geschickt. Der Däne bestreitet die Vorwürfe.

Jörg Jaksche (l., Aufnahme von 1999): "Das waren keine Einzelfälle"
DPA

Jörg Jaksche (l., Aufnahme von 1999): "Das waren keine Einzelfälle"


Hamburg - Der Fall Lance Armstrong hat eine Welle ins Rollen gebracht, fast jeden Tag erschüttern neue Dopingvorwürfe den Radsport. Nun gerät der dänische Rennstallchef Bjarne Riis immer mehr unter Druck. Der 2004 bei Riis beschäftigte deutsche Ex-Radprofi Jörg Jaksche sagte am Dienstag der Kopenhagener Zeitung "Ekstra Bladet", dass nach seiner Kenntnis das frühere Riis-Team CSC Fahrer "ab einem bestimmten Niveau" automatisch zu dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes nach Spanien geschickt habe.

Riis hatte am vergangenen Wochenende ähnliche Angaben seines früheren Fahrers Tyler Hamilton bestritten. Am Mittwoch erscheint in den USA ein Buch von Hamilton mit detaillierten Dopingvorwürfen gegen den siebenfachen Tour-de-France-Sieger Armstrong. Die neuen Angaben von Jaksche wollte Riis nach Angaben von "Ekstra Bladet" nicht kommentieren.

Jaksche hatte Fuentes unmittelbar nach seinem Wechsel von CSC, wo er nur ein Jahr lang fuhr, zum spanischen Team Liberty Seguros 2005 aufgesucht. Der Mediziner habe sich wegen häufiger Besuche von CSC-Fahrern gewundert, dass Jaksche nicht schon früher gekommen war. "Mein klarer Eindruck war, dass diverse CSC-Fahrer zu ihm nach Madrid geschickt wurden. Das waren keine Einzelfälle, sondern eine organisierte Sache mit einer gewissen Automatik", so Jaksche.

Der 36-Jährige hatte im Mai 2007 im SPIEGEL ein umfassendes Dopinggeständnis abgelegt und war mit einer verkürzten Sperre von einem Jahr bis Juli 2008 belegt worden. Damals habe Riis ihm gedroht, er werde "dafür sorgen, dass er niemals in den Radsport zurückkomme", falls er bei seiner Beichte andere Fahrer belaste, so Jaksche.

luk/dpa

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579934 04.09.2012
1. Packt endlich aus
Tiefer kann der Radsport nicht mehr sinken, Zeit endlich komplett auszupacken. Tyler Hamilton hat den Anfang gemacht, Schluss mit der "Omerta". Weiß jetzt sowieso jeder, dass im Radsport praktisch alle gedopt waren, und der Zuschauer hinters Licht geführt wurde. Das war Sportbetrug der schlimmsten Sorte. Bjarne Riis hat doch längst gestanden, selbst permanent Epo genommen zu haben, der hatte doch legendäre Hämatokrit-Werte. Tour-de-France-Sieger Riis: "Epo war ein Teil meines Alltags" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/tour-de-france-sieger-riis-epo-war-ein-teil-meines-alltags-a-485066.html)
butch82 04.09.2012
2. Nix Neues
War ja klar. Herr Riis ist doch schon länger für zwei Sachen bekannt: 1. Selbst zu dopen und andere zum Dopen anzuhalten 2. Leugnen und abstreiten Spätestens seit seiner seltsamen Pressekonferenz, als er meinte wenn einer kommen will und sein gelbes Trikot von 1996 will, soll er sich es doch einfach holen kommen es wäre ihm egal, kann man den doch eh nicht mehr ernst nehmen. Normalerweise dürfe dieser Herr mit Profiradsport in keiner Funktion mehr was zu tun haben. Aber wie gesagt: alles nichts neues
Willi Wacker 04.09.2012
3. Tour de France
Zitat von butch82War ja klar. Herr Riis ist doch schon länger für zwei Sachen bekannt: 1. Selbst zu dopen und andere zum Dopen anzuhalten 2. Leugnen und abstreiten Spätestens seit seiner seltsamen Pressekonferenz, als er meinte wenn einer kommen will und sein gelbes Trikot von 1996 will, soll er sich es doch einfach holen kommen es wäre ihm egal, kann man den doch eh nicht mehr ernst nehmen. Normalerweise dürfe dieser Herr mit Profiradsport in keiner Funktion mehr was zu tun haben. Aber wie gesagt: alles nichts neues
die können wir erst wieder ernst nehmen, wenn sich die Fahrtzeiten verdoppelt haben. Und die letzten 20 Jahren können die Veranstalter nun endlich aus ihrer Geschichte streichen.
Werner655 04.09.2012
4. Kalter Kaffee
Zitat von 579934Tiefer kann der Radsport nicht mehr sinken, Zeit endlich komplett auszupacken. Tyler Hamilton hat den Anfang gemacht, Schluss mit der "Omerta". Weiß jetzt sowieso jeder, dass im Radsport praktisch alle gedopt waren, und der Zuschauer hinters Licht geführt wurde. Das war Sportbetrug der schlimmsten Sorte. Bjarne Riis hat doch längst gestanden, selbst permanent Epo genommen zu haben, der hatte doch legendäre Hämatokrit-Werte. Tour-de-France-Sieger Riis: "Epo war ein Teil meines Alltags" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/tour-de-france-sieger-riis-epo-war-ein-teil-meines-alltags-a-485066.html)
Ist doch alles kalter Kaffee. Nur scheint momentan wieder mehr Interesse da zu sein seitens der Medien. Nach angekündigtem Übertragungsboykott wird nun schön fleissig wieder Radsport im TV übertragen. Derzeit ist es die "Vuelta" - leider auf dem ansonsten von mir geschätzten "EUROSPORT"-Kanal. Jeder einigermaßen klar denkende Sportaffine weiß seit langem um die "wandelnden Apotheken" Radsportler. Auch die jahrelange Mär, dass EPO noch nicht nachgewiesen werden könne, hat seinerzeit jedem Molekularbiologen die Sprache verschlagen.
moi1 04.09.2012
5.
Zitat von Werner655Ist doch alles kalter Kaffee. Nur scheint momentan wieder mehr Interesse da zu sein seitens der Medien. Nach angekündigtem Übertragungsboykott wird nun schön fleissig wieder Radsport im TV übertragen. Derzeit ist es die "Vuelta" - leider auf dem ansonsten von mir geschätzten "EUROSPORT"-Kanal. Jeder einigermaßen klar denkende Sportaffine weiß seit langem um die "wandelnden Apotheken" Radsportler. Auch die jahrelange Mär, dass EPO noch nicht nachgewiesen werden könne, hat seinerzeit jedem Molekularbiologen die Sprache verschlagen.
Deshalb heißt der Sender ja auch "Euro"sport und nicht "Deutschland"sport. Alternativ könnte ich auch das Belgische Sporza sehen. Ich freue mich schon wenn der Doping-Fußball-Sumpf durch die Medien getrieben wird. Doch eins wird nicht passieren das ich nie mehr ein Fußball im Fernsehen sehen muss oder im Radio mit irgendwelchen Ergebnissen vollgequatscht werde. Fußball braucht man zur Volksunterhaltung und Ruhigstellung. Das ist im Radsport nicht so, zumindest nicht in Schland.
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