Radsport Förster siegt, Basso dominiert, Ullrich genießt

Nach den Dopingvorwürfen gegen sein spanisches Team sondiert Jörg Jaksche den Arbeitsmarkt. Beim Giro d'Italia sprintete der Gerolsteiner Robert Förster zum letzten Tageserfolg - den Gesamtsieg ließ sich aber der Italiener Ivan Basso nicht nehmen. In guter Laune ist auch Jan Ullrich.


Mailand - Förster sprintete auf der Schlussetappe des 89. Giro d'Italia nach 140 Kilometer von Ghisallo nach Mailand zum Sieg. Zweiter wurde der Argentinier Axel Richeze, Dritter Olaf Pollack von T-Mobile.

Sprinter Förster: Sieg auf der Schlussetappe
AFP

Sprinter Förster: Sieg auf der Schlussetappe

Basso fuhr ungefährdet zum Gesamtsieg. Der 28-jährige Teamkapitän des dänischen CSC-Rennstalls verwies mit 9:18 Minuten Vorsprung den Spanier José Enrique Gutierrez auf Rang zwei. Gesamtdritter wurde Bassos italienischer Landsmann Gilberto Simoni (11:59 Minuten zurück).

Der vorgestern freiwillig ausgeschiedene Jan Ullrich zog eine positive Bilanz seiner Giro-Fahrt. "Alles, was ich wollte, habe ich erreicht. Meine Form ist sprunghaft gestiegen", sagte der T-Mobile-Kapitän. Dass seine Leistungskurve Richtung Tour de France deutlich nach oben zeigt, bestätigte Ullrich mit seinem Etappensieg im Einzelzeitfahren. "Mit diesem Erfolg hätte ich niemals gerechnet, aber ich bin auch sonst nicht nur mitgerollt, sondern habe versucht, das Renngeschehen mitzugestalten. Nicht mal die Berge machten mir am Ende noch etwas aus", so der 32-Jährige.

Die überragende Form seines wohl größten Tour-Rivalen Basso beunruhigt Ullrich nicht: "Er macht einen starken Eindruck und hat sich in seiner besten Form gezeigt. Aber ich glaube nicht, dass er auch die Tour gewinnt. In Frankreich erwartet ihn deutlich stärkere Konkurrenz. Auch ich will da ein Wörtchen mitreden."

Noch aber ist Ullrich wegen der Kniereizung im März nicht in Bestform. "Mein rechtes Bein ist zurzeit noch schwächer als das linke. Deshalb trete ich noch nicht gleichmäßig, was zu Rückenschmerzen führt", so der 32-Jährige. 

Dass der Toursieger von 1997 ebenfalls in Zusammenhang mit den Dopingvorwürfen gegen das spanische Team Liberty Seguros gebracht wurde, nannte er "eine Frechheit". Er habe nie dem beschuldigten Mannschaftsarzt Eufemiano Fuentes zusammengearbeitet.

Jörg Jaksche, der für das spanische Team fährt, sagte der dpa, dass  er Fuentes lediglich als Arzt konsultiert hatte, "wenn wir irgendwelche Wehwechen hatten". Ob der Franke bei Liberty ein Zukunft hat, weiß er selber nicht. "Uns wurde zugesichert, dass die Bezuüge bis Saisonende gezahlt werden." Jaksche sagte, dass sein Manager Tony Rominger derzeit prüfen würde, welche neuen Teams für ihn in Frage kämen.

Die bisher inhaftierten Fuentes und der ebenfalls verdächtige Laborchef José Luis Merino Batres wurden mittlerweile gegen eine Kaution von je 120.000 Euro auf freien Fuß gesetzt. Beide stehen unter Verdacht, einen Handel mit präparierten Blutkonserven betrieben zu haben. In Batres' Labor waren über 200 solcher Konserven sichergestellt worden.

sge/sid/dpa



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