Radsport Italienisches B-Team will Ullrich

Die unter Dopingverdacht geratenen deutschen Radprofis Jan Ullrich und Jörg Jaksche haben bei der Jobsuche neue Optionen. Während Jaksche aus Österreich umworben werden soll, träumt ein Italiener von der Verpflichtung Ullrichs. In der ersten Liga fährt der Rennstall allerdings nicht.


Nach Informationen des italienischen Internet-Anbieters "tuttobiciweb.com" wird Ullrich vom zweitklassigen Team Acqua & Sapone aus Italien umworben, während Jaksche beim österreichischen Volksbank Team im Gespräch sein soll. In Italien bestätigte Rennstall-Manager Palmiro Masciarelli entsprechende Gespräche. "Es stimmt, dass Jan und ich uns in dieser Richtung sehr positiv unterhalten haben. Aber es gibt viel zu klären. Es geht ja nicht nur um Jan, denn er will drei Fahrer mitbringen", wird der Teamchef zitiert.

Radsportler Ullrich (Archiv): Demnächst bei Acqua & Sapone?
DPA

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Zunächst sollen grundsätzliche Fragen geklärt werden. "Ich muss zuerst mit der Mannschaft reden, angefangen mit Stefano Garzelli. Das Team hat sich gut entwickelt, und da will ich nichts gefährden", sagte Masciarelli. "Dann gibt es da noch unseren Sponsor. Rein informativ haben wir uns schon recht positiv verständigt, aber es gibt noch viele Details zu besprechen", so der Teamchef, der "das Projekt" Ullrich als fazinierend empfindet: "Wir arbeiten daran, aber der Weg ist noch lang, und zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht zu sehen, wohin er führt."

Ein wesentliches Problem bei der Verpflichtung von mutmaßlich in den spanischen Dopingskandal verwickelten Fahrern ist jedoch die Haltung der Rennveranstalter. Einen Ehrenkodex, der den ProTeams die Verpflichtung von in Verdacht geratenen Fahrern verbietet, gibt es in den unterklassigen Rennserien zwar nicht, dennoch könnten lukrative Einladungen ausfallen. "Ich möchte gerne mit den Veranstaltern reden. Und dann müssen wir auch noch die Entscheidung des Schweizer Verbandes abwarten", sagte Masciarelli.

In Ullrichs Schweizer Wahlheimat ist die Frage noch offen, ob und wann ein juristisches Verfahren gegen ihn eingeleitet wird. Entscheidend dafür ist, wann die spanischen Behörden die Unterlagen über die Untersuchungen im Rahmen der "Operacion Puerto" freigeben.

goe/sid

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