Radsport Ivan Basso wechselt zu Discovery

Bei der Tour de France durfte er wegen Dopingverdachts nicht starten - jetzt hat der umstrittene Weltklasse-Fahrer Ivan Basso einen neuen Arbeitgeber gefunden. Das Team des früheren Toursiegers Lance Armstrong verpflichtete den Italiener.

Hamburg - Basso wird in der Saison 2007 für das US-Team Discovery Channel fahren. Der 28-Jährige unterschrieb beim früheren Stall des siebenmaligen Tour-Gewinners Lance Armstrong einen Vertrag über drei Jahre. Basso soll nach Informationen der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" pro Saison etwa 1,5 Millionen Dollar kassieren. "Wir sind sehr erfreut, dass Basso sich unserem Team anschließt. Wir erwarten ihn schon am 3. Dezember in unserem Trainingslager in Austin", erklärte Discovery-Teamdirektor Johan Bruyneel. Basso soll langfristig die Nachfolge von Armstrong antreten. " Bei Lances letzten Tour-Siegen hat Basso ihn sehr gefordert. Wir erwarten schon für 2007 große Dinge von ihm", sagte Discovery-Manager Bill Stapleton.

Basso hatte in diesem Jahr den Giro d'Italia gewonnen und war später im Rahmen der Dopingermittlungen gegen den spanischen Arzt Fuentes unter Verdacht geraten. Daraufhin hatte ihn sein dänisches CSC-Team vor der Tour de France suspendiert. Das Verfahren gegen Basso wegen der Doping-Verstrickungen war im Oktober in Italien sowohl vom Nationalen Olympischen Komitee als auch vom Radsportverband eingestellt worden. Der Profi hatte seinen laufenden Vertrag mit dem CSC-Rennstall vorzeitig aufgelöst. Dessen sportlicher Leiter Bjarne Riis hatte Basso auch nach Einstellung der Verfahren nicht mehr nominiert.

Die Profi-Teams der Radsportserie ProTour hatten sich in den vergangenen Monaten auf einen Ethik-Code geeinigt, nach dem des Dopings verdächtige Fahrer nicht von den Rennställen verpflichtet und eingesetzt werden dürfen. Christian Henn, sportlicher Leiter des Teams Gerolsteiner, hatte in diesem Zusammenhang vor wenigen Tagen der "Süddeutschen Zeitung" gesagt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Basso ohne DNA-Test bei einer ProTour-Mannschaft fährt." Einem solchen Test hat sich der Italiener bislang nicht unterzogen.

all/sid/dpa

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