Radsport Lockruf des Goldes

Souverän hat der deutsche Bahnvierer bei der WM in Manchester den Sieg herausgefahren. Auch der zweite Anzug des deutschen Radsportverbands war zu stark für die Konkurrenz.


Wie eine Perlenkette: Der deutsche Bahnvierer bei der WM in Manchester
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Wie eine Perlenkette: Der deutsche Bahnvierer bei der WM in Manchester

Manchester - Jens Lehmann bleibt der ewige Goldgräber. Der 32-jährige Oldie führte den deutschen Bahnvierer in Manchester erneut zur Weltmeisterschaft, zum Abschluss am Sonntag will der Leipziger zum zweiten Mal nach 1991 den Titel in der Einer-Verfolgung gewinnen - und dann Kurs auf Athen 2004 nehmen: "Weshalb sollte ich dort mit 35 Jahren nicht zum dritten Mal nach Barcelona 1992 und Sydney 2000 Olympiasieger werden können?"

Auch ohne Doppel-Olympiasieger Robert Bartko schlug der Vierer im Finale in glänzenden 4:01,322 Minuten Großbritannien (4:03,110). Lehmann, Daniel Becke (Gera) und Guido Fulst (Berlin) kamen mit Bartko-Ersatz Sebastian Siedler (Erfurt) zwar nicht an den Traum-Weltrekord von Sydney (3:59,710) heran, ließen den Gastgebern aber nicht die Spur einer Chance. "Siedler hat voll eingeschlagen", lobte Bernd Dittert den 22-Jährigen.

Deshalb macht sich der Bundestrainer auch keine Sorgen um die Zukunft, obwohl Bartko (Telekom) und Becke (Coast) 2001 zu den Straßenprofis wechseln. Fulst, wie Lehmann schon 1992 dabei, will ebenfalls bis 2004 durchhalten. "Ich bin ja gerade erst 30 Jahre und habe die Bundeswehr als besten Sponsor der Welt", meint der Feldwebel.

Mit vier Medaillen (2-2-0) setzte sich der Bund Deutscher Radfahrer nach vier Entscheidungen in Manchester an die Spitze der Nationenwertung vor Frankreich (2-0-1). Vor dem Vierer hatte Judith Arndt (Frankfurt/Oder) wie im Vorjahr in Berlin Silber im Punktefahren hinter der Französin Marion Clignet geholt - ein kleiner Trost für die in Sydney ausgebliebene Medaille.

Zumindest Silber war auch den deutschen Sprintern sicher. Im Halbfinale am Freitag standen sich der Olympiadritte Jens Fiedler (Chemnitz) und Jan van Eijden (Dudenhofen) gegenüber. Im anderen Duell traf Titelverteidiger Laurent Gane (Frankreich) auf den Italiener Roberto Chiappa. Im Achtelfinale gescheitert war der Erfurter WM-Debütant Matthias John gegen van Eijden. Der 30-jährige Fiedler, Olympiasieger 1992 und 1996, wollte zum zweiten Mal nach 1991 Sprint-Weltmeister werden. Dazu will er zum WM-Finale am Sonntag sein drittes Keirin-Gold nach 1998 und 1999 einfahren.

Von Martin Haas, sid



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