Trennung von Radsport-Team Katusha Kittel zu erschöpft zum Rennenfahren

Radprofi Marcel Kittel steckt seit seinem Wechsel zu Katusha in einer Formkrise. Nun hat der Sprintspezialist entschieden, vorzeitig aus seinem Vertrag beim Schweizer Team auszusteigen.

Marcel Kittel
David Stockman/ BELGA/ DPA

Marcel Kittel


Marcel Kittel, 14-maliger Etappensieger bei der Tour de France, wird vorerst keine Radrennen mehr fahren und stattdessen eine längere Pause einlegen. Wie sein Team Katusha in einer Mitteilung bekannt gab, wird der bis Ende dieser Saison laufende Vertrag vorzeitig beendet. Auf Kittels Wunsch hin sei diese Entscheidung gefallen.

"In den vergangenen zwei Monaten hatte ich das Gefühl, erschöpft zu sein", wurde Kittel in der Team-Mitteilung zitiert. "Im Moment bin ich nicht in der Lage, auf höchstem Niveau zu trainieren und zu fahren. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, eine Pause einzulegen und mir Zeit für mich zu nehmen, über meine Ziele nachzudenken und einen Plan für meine Zukunft zu erstellen."

2018 war der heute 30-Jährige von Quick-Step zum Schweizer Rennstall gewechselt, konnte dort aber nicht an die Leistungen der Vorjahre anknüpfen. Allein 2017 hatte Kittel fünf Etappen bei der Tour gewonnen und trug zwischenzeitlich das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers. Im vergangenen Jahr war er dann aber nach der elften Etappe ausgestiegen, weil er das Ziel nicht in der nötigen Karenzzeit erreicht hatte.

In dieser Saison war Kittel zunächst mit einem Sieg bei der Trofeo Palma gut gestartet, doch dann folgte ein vorzeitiger Ausstieg bei Paris-Nizza und bei einem seiner Lieblingsrennen, dem Scheldeprijs, das er bereits fünfmal gewinnen konnte, landete er Anfang April nur auf dem 99. Platz mit 4:36 Minuten Rückstand. Das war sein letzter Einsatz in dieser Saison, am vergangenen Mittwoch war Kittel aus dem Aufgebot für die Tour de California gestrichen worden.

In den vergangenen Monaten war über gesundheitliche Probleme spekuliert worden, so soll Katusha Ende 2018 Bluttests angeordnet haben, um den Gründen für die schwache Form auf den Grund zu gehen. Ein Rücktritt vom Radsport ist für Kittel derzeit kein Thema, er "möchte in Zukunft wieder Rennen fahren und muss einen Plan ausarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen".

krä

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Le Commissaire 09.05.2019
1.
Schade, wie es gelaufen ist. Da kommen wohl zwei Dinge zusammen: Ein Formtief, wie es Kittel 2015 schon einmal erlebt hat, damals hatte ihn sein Team Giant-Alpecin ja nicht zur Tour de France nominieren können. Und ein Team, das trotz guten Budgets auch jenseits der Sprints nicht gerade durch Spitzenresultate glänzt. Eigentlich sorgt nur Nils Politt für dauerhaft gute Ergebnisse.
spon-1309986622190 09.05.2019
2. Alles gute!
Ob mit oder ohne Radsport, auf jedenfalls alles gute für die Zukunft und kluge Entscheidungen. Ich hoffe natürlich wir erleben nochmal einen Kittel in topform
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