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21. April 2019, 18:53 Uhr

Frühjahrsklassiker Amstel Gold Race

Radprofi van der Poel gewinnt mit dramatischem Schlussspurt

Erst im Alleingang die Lücke zugefahren, dann im Sprint an den Führenden vorbeigezogen: Mathieu van der Poel hat den Frühjahrsklassiker Amstel Gold gewonnen - als erster Niederländer seit 2001.

Mathieu van der Poel liegt auf dem Boden, sein Rennrad zu seinen Füßen, um ihn herum drängen Gratulanten auf den Radprofi ein. Fotografen und Reporter suchen Lücken für ihre Kameras, die diesen Moment festhalten sollen: Van der Poel hatte gerade auf so beeindruckende wie kräftezehrende Weise das Amstel Gold Race von Maastricht nach Berg en Terblijt gewonnen. Es war der erste Heimsieg eines Niederländers seit 18 Jahren. Zweiter wurde Simon Clarke vor Jakob Fuglsang.

Dabei hatte zunächst alles danach ausgesehen, dass der Franzose Julian Alaphilippe und der Däne Fuglsang nach 265,7 Kilometern den Sieg unter sich ausmachen würden. Doch rund 500 Meter vor Schluss hatte der 24 Jahre alte van der Poel an der Spitze der Verfolgergruppe die Lücke zum lange taktierenden Spitzenduo im Alleingang zugefahren. Ein Blick über die rechte Schulter, ein Blick über die linke Schulter - und als er sah, dass niemand mitgehen würde, zog van der Poel an, sprintete rechts an den Führenden vorbei und mit einer Radlänge Vorsprung über die Ziellinie, bevor der Radcrossweltmeister entkräftet und kopfschüttelnd zu Boden ging.

Hinter van der Poel, der sich bereits bei der Flandern-Rundfahrtnach einem Sturz auf den vierten Platz zurück gekämpft hatte, kam Clarke ins Ziel. Fuglsang konnte immerhin noch Rang drei sichern, Tour-de-France-Bergkönig Alaphilippe musste sich mit dem vierten Rang begnügen. Maximilian Schachmann wurde als Fünfter bester Deutscher. Erneut ohne Erfolg in der Klassikersaison blieb Peter Sagan. Der dreifache Straßenrad-Weltmeister stieg abgehängt knapp zehn Kilometer vor Rennende vom Rad.

Katarzyna Niewiadoma lässt sich nicht einholen

Ähnlich packend war zuvor auch das Amstel Gold Race der Frauen zu Ende gegangen. Es war ein spannendes Rennen mit vielen Wendungen und Führungswechseln auf den 127 Kilometern von Maastricht nach Berg en Terblijt, bei dem schlussendlich die Polin Katarzyna Niewiadoma ihre Führung vor der immer näher heransprintenden Zeitfahr-Weltmeisterin Annemiek van Vleuten ins Ziel retten konnte. Dritte wurde Marianne Vos.

sak/dpa

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