Deutscher Ex-Radprofi Niermann gesteht jahrelanges Epo-Doping

Der Nächste, bitte! Nun hat auch Grischa Niermann zugegeben, jahrelang gedopt zu haben. Der frühere deutsche Radprofi des Rabobank-Teams will Epo aber nur drei Jahre genommen haben. Sein Job als Nachwuchstrainer ruht erst mal.
Ex-Radprofi Niermann: Von 2000 bis 2003 mit Epo gedopt

Ex-Radprofi Niermann: Von 2000 bis 2003 mit Epo gedopt

Foto: ERIC GAILLARD/ REUTERS

Hamburg - Der frühere deutsche Radprofi Grischa Niermann hat laut einer Mitteilung des niederländischen Radsport-Verbandes KNWU den Gebrauch von Epo-Doping in den Jahren 2000 bis 2003 gestanden. "Alle relevanten Informationen werde ich den Anti-Doping-Autoritäten und Kommissionen mitteilen", wird Niermann zitiert.

Der 37-Jährige fuhr zwischen 2000 und 2012 für den niederländischen Radrennstall Rabobank und nahm für diesen neunmal an der Tour de France teil. Er behauptet, 2003 mit Epo-Doping aufgehört zu haben, "weil ich gemerkt habe, dass der Gebrauch von verbotenen Mitteln nicht der Weg ist, den ich weitergehen will. Die zehn Jahre danach habe ich versucht, den jungen Fahrern bei Rabobank ein Vorbild als ein hart arbeitender und vor allem ehrlicher Profi zu sein", so Niermann. Noch vor einer Woche hatte er der Hannoveraner Tageszeitung "Neue Presse" gesagt: "Ich habe niemals Doping genommen, und mir ist auch kein Doping angeboten worden."

Der KNWU-Vorsitzende Huib Kloosterhuis sagt: "Ich finde es mutig, dass Grischa diese Erklärung abgegeben hat." Niermann hatte seine Karriere im vergangenen Jahr nach der Spanien-Rundfahrt beendet. Er ist seit dem 1. Januar dieses Jahres beim KNWU als Nachwuchstrainer beschäftigt. Obwohl Niermann seinen Rücktritt vom Leistungsport schon verkündet hat, wird er den Statuten gemäß nun zunächst für sechs Monate gesperrt.

Rabobank-Profi Dekker hat umfangreiches Geständnis angekündigt

Vergangene Woche hatte Niermanns ehemaliger Rabobank-Teamkollege Thomas Dekker angekündigt, er werde in vollem Umfang mit der niederländischen Anti-Doping-Agentur kooperieren und sein Wissen offenlegen. Der geständige Dopingsünder will dabei Namen, Daten und Details des früheren Dopingsystems nennen.

Die niederländische Rabobank war zum Ende des vergangenen Jahres als Hauptsponsor und Namensgeber des Teams aus dem Radsport ausgestiegen. Offiziell als Folge der Doping-Enthüllungen rund um den Fall Lance Armstrong. "Uns tut das Herz weh, aber für die Bank war das eine unvermeidliche Entscheidung", sagte Rabobank-Vorstandsmitglied Bert Bruggink damals: "Wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann."

ham/sid
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