Radsport Nur zwei Giro-Teams "sauber"

Nach Berichten des italienischen Fernsehens sind nur bei zwei der 20 am Giro d'Italia beteiligten Teams keine Dopingmittel entdeckt worden.


Bisher prominentester Doper des Giro 2001: Dario Frigo
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Bisher prominentester Doper des Giro 2001: Dario Frigo

Rom - Das italienische Fernsehen beruft sich in seinem Bericht auf die ermittelnde Staatsanwaltschaft, die am vergangenen Donnerstag in San Remo die größte Drogenrazzia in der Geschichte des Radsport eingeleitet hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte bis 1.30 Uhr der vergangenen Nacht aus den Fahrerhotels beschlagnahmtes Material gesichtet. Auch das deutsche Team Telekom mit Jan Ullrich war bei der Italien-Rundfahrt am Start gewesen.

Gianni Petrucci, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Italiens hat unterdessen den Radsport-Verband des Landes um einen generellen Wettkampfstopp gebeten, bis ein Ethik-Kodex zum Doping verabschiedet sei.

Ermittlungen gegen angeblich 50 Personen


Die vorgeschlagene Zwangspause solle allen Radsportlern von den Jugendklassen über den Amateursport bis hin zu den Profis die Möglichkeit geben, über das Dopingproblem nachzudenken.

Die Zahl der Personen, gegen die nach der größten Razzia in der Geschichte des Radsports wegen Verstoßes gegen das Dopinggesetz ermittelt wird, steigt stetig. Nach Angaben des italienischen Fernsehens wird in Florenz bereits "gegen mehr als 50 Personen" ermittelt. Nach Angaben der Zeitung "La Repubblica" wird der mit dem nicht zugelassenen Blutdopingmittel "Hemassist" erwischte Dario Frigo noch in dieser Woche von der Staatsanwaltschaft verhört. Frigo war von seinem Team Fassa-Bartolo entlassen und als Zweitplatzierter vom Giro zurückgezogen worden.

Die Radsport-Weltverband UCI hat als erster Sportverband am 1. April 2001 das französische Urin-Testverfahren zum Nachweis des als Blutdopingmittel eingesetzten Hormons Epo offiziell eingeführt. Bisher sind sechs Fahrer des Dopings mit Epo überführt worden, allerdings stehen noch zahlreiche Analysen des Giro aus.



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